Freitag, 4. Mai 2018

Mai 68: Katastrophe? Studentenrevolte? Umbruch?

Fünfzig Jahre sind seither vergangen. Der Mai 1968 schillert immer noch in unseren Köpfen. Den Köpfen derer, die damals jung, unzufrieden und über den grausamen Krieg in Vietnam empört waren. Amerika wollte der Aufpasser dieser Welt sein. Europa wurde gegängelt und Russland wurde noch als das Reich des Bösen angesehen.

Le Général 
Der Algerienkrieg, Frankreichs damalige Achillesferse, war zwar zu Ende, aber der ruhmreiche General de Gaulle spukte immer noch in der Politik herum. Der Mai 68 hat dann auch diese Aera beendet. Vor allem die englischen und französischen Kolonien hatten die Nase voll. Sie wollten unabhängig werden.


In Indien war es Ghandi, der mit seiner absolut friedlichen Methode die Briten aus dem Land jagte. Man wusste, dass die englische Sprache als Kitt für diesen Subkontinent mit über einer Milliarde Menschen herhalten musste. Der Engländer ging, das Land konnte sich entwickeln. Bei über 200 archaischen Landessprachen war es normal, dass die Sprache Shakespears hier eine permanente Aufgabe erhält.


Der Mai 68 hat also unsichtbar die Welt verändert. Während in Frankreich lustig gestreikt wurde, - ich habe es miterlebt - machten sich in Deutschland die Studenten heftig ihrem Ärger Luft. Mit den Talaren von hundert Jahren, so wurde die unvergorene Nazizeit angeprangert. Die akadmische Welt bewegte sich nicht schnell genug. Die Professoren waren oft noch die alten. Was daraus hervorgegangen ist, könnte man als einen gesellschaftlichen Schub bezeichnen.


Wer die Studentenwelt von heute betrachtet, muss annehmen, dass die akademische Welt etwas besonders steriles und langweiliges ist. Wo ist der Umbruch? Wird Macron etwas daran ändern? Angela Merkel, die seit Jahren alles im Griff zu haben scheint? Oder Bremser wie der ungarische Orban? Brexitland ist mit sich selbst beschäftigt. Und "Führer" wie der österreichische Kurz, einer der jüngsten Macher heute, sind schon vor der Faltenbildung erzkonservativ. Wir erwarten also nichts. Nur, dass das alles bald vorüber sein möge.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen