Sonntag, 4. Dezember 2016

S'ist zweiter Advent, Herr Söder!

Irgendwann muss man damit beginnen, Gutes zu tun. Der zweite Advent ist dazu gerade recht. Die Unwegsamkeiten des Alltags beginnen allmählich, dem Duft von Kerzen und Glühwein Platz zu machen. Von der Politik wird jetzt nichts mehr kommen. Trump muss noch warten, bis er sich voll austoben kann. Das Referendum in Italien ist noch nicht ganz vorbei. Inzwischen wissen wir, dass Herr Van der Bellen gegen Hofer in Österreich gewonnen hat. Hurra! In England wird der Brexitsturm weitertoben, doch, ohne baldige Ergebnisse. Wir können also auf ein gesegnetes Fest hoffen. Da soll man auch nicht CSU-Politiker mit unflätigen Bemerkungen vergraulen, die ein wohlverdientes Recht haben, wie alle anderen friedlich unterm Baum zu sitzen.


Unsere Entfernung zur deutschen Politik ist groß. Wir wohnen im vorweihnachtlichen Yorkshire. Da ist auch nicht alles Gold. Das Interview der Woche des Deutschlandfunks habe ich mir heute Morgen dennoch eingezogen und mich auch ein wenig fremdgeärgert. Ich vermute, dass sich bei manchem Zuhörer automatisch der Magen umgedreht hat. Der Befragte ist eine bekannte bayrische Persönlichkeit namens Markus Söder, Finanzminister seines Landes und sehr redegewandt. Normalerweise sehe ich rot, wenn ich bayerischen Politzungenschlag höre. Nicht wegen des schönen Dialektes. Ich höre Bayrisch ganz gern. Sondern wegen des heimatlichen Patriotismus dieser Politiker, die alle derselben Partei angehören, der CSU. Wer die zum Feind hat, ist entweder in der  CDU, der sogenannten Schwesterpartei, oder in einer der anderen demokratisch erprobten Parteien der Republik.


Markus Söder war nicht etwa ausfällig in seinem Gespräch, nein, er hat auf dem Klavier der Schlagfertigkeit alles abgeschmettert, was sich der Deutschlandfunk so ausgedacht hatte. Die Obergrenze? Wir haben nichts gegen Angela Merkel, aber da hat sie einen (unverzeihlichen?) Fehler gemacht. Überhaupt, Berlin sollte wirklich nicht unsere Hauptstadt sein. Die dortige Politik gefällt uns nicht. Ohne Sticheleien ging es wieder mal nicht. Diese Sprache wird natürlich auch von anderen bajuwarischen Vertretern gesprochen, voran, Oberbayer Seehofer. Ob es die Ilse Aigner ist, der Edmund Stoiber oder Alexander Dobrindt: sie alle haben mit Berlin und der CDU-Schwester ein ständiges Hühnchen zu rupfen. Das ist so überflüssig wie ein Kropf.

Werden wir es schaffen? 
Wer nicht in der CSU ist, wird angemotzt. Nur die Freunde von der AfD, die schon so viel rechtes Wählerpotenzial abgesaugt haben, lassen wir jetzt mal in Ruhe. Die sind es nicht, die uns zu sehr beunruhigen. Der Wähler ist eh schon verunsichert. Da könnten wir bei den Wahlen einige zurückholen, denken da manche. Also, politische Freunde vom rechten Flügel der CDU/CSU, im Nachbarland Österreich ist der Nazischrecken gerade noch einmal abgewendet worden. Lasst uns einen friedlichen Kompromiss schließen. Stänkert nicht so gegen eure Vorzeigefrau. Ihr habt nichts besseres. Kokettiert nicht am rechten Rand mit Neonazis herum. Sonst kommt da noch etwas heraus, was wir nicht wollen: amerikanische Verhältnisse. Markus Söder kann doch einfach ein wenig abwarten, bis er Horst Seehofer beerben darf. Dafür muss aber seine Partei im eigenen Land die absolute Mehrheit bekommen, sonst wird daraus nichts. Schöne Weihnachten.









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