Donnerstag, 20. April 2017

Die Auferstehung

Sich aus der Asche zu erheben wie ein Phönix, ist ein alter Traum der Menschheit. Es ist alles vorbei. Der Tod hat ein Ende bereitet. Symbolisch sind die Flammen der Grund. Dann erhebt sich, wie ein Phönix, der Verblichene, wenn möglich aus der Asche, zu der er geworden ist. Der Gedanke ist schön, zumal wir alle schon einmal in irgendeiner Form eine Auferstehung erlebt haben.

Conchita 
Hat das Lied Rise like a Phoenix von unserer geliebten Conchita Wurst aus Österreich, mit dem sie den Singwettbewerb in Stockholm (oder war es Kopenhagen?) bravourös gewonnen hat, neue Hoffnungen auf die Auferstehung von Totgeglaubtem geweckt? Ich denke, dass die österliche Auferstehung des Gekreuzigten hier mehr Wirkung erzielt hat. Diese geschah ebenso unerwartet wie unverdient, hat jedoch viele Christen glücklich gemacht.

Auferstanden. 
Auch der Conchita-Sieg über die internationalen Schiedsrichter, die traditionsgemäß allem Liedgut, das auf deutsch gesungen wurde, oder gar aus dem ebenfalls als unbegabt geltenden Großbritannien  kam, abhold waren (Null points....), muss als ein Meilenstein der Wiederbelebung gelten. Oft wird auch bemerkt, dass bestimmte Komponisten zeitweise total in Vergessenheit geraten, bis sie, dem Phönix gleich, plötzlich wieder da sind.

Herzensdame, sehr gesund! 
Ich muss jetzt die Geschichte meiner Herzensdame erzählen, von der ich inbrünstig hoffe, dass sie heute Nachmittag schlagartig den Phönix macht: immerhin haben gewissenhafte Ärzte in Frankreich, Österreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich ihr Bestes gegeben, um zunächst einen Befund in einer immer schlimmer werdenden Sache zu erstellen. Der Befund, durch Röntgenstrahlen erhärtet: (I say it in English) Hyperparathyroidism. Als Laie kann ich das nur dürftig mit Nebenschilddrüsenadenom umschreiben. Es geht um die Nebenschilddrüsen in Cathie's Hals, die jahrelang unentdeckt ihr Unwesen trieben, was in einer Art Endstadium operativ beendet werden muss. Die letzten Monate waren durch wachsende Schmerzen fast überall am Körper, geprägt. Der zuständige Operateur ließ hoffen, dass durch den Eingriff am Nachmittag im Krankenhaus von Bradford innerhalb weniger Minuten der Kalziumhaushalt meiner Herzensdame wieder in Ordnung gebracht würde, sodass schmerzfreie Normalität einträte. Jetzt hoffen wir inbrünstig, dass alles gut geht.


Nur noch wenige Stunden trennen uns also von Cathie's persönlichem Phönixerlebnis, das wir dann endlos feiern werden. Ich hoffe, dass der Vogel, wenn er sich aus der Asche erhebt, auch noch über eigene Daumen verfügt, die er dann gerne drücken kann. Ich jedenfalls drücke verzweifelt mit.
Und darf hinzufügen, dass die Operation gelungen ist. Cath geht es gut. Sie bleibt noch bis Morgen im Krankenhaus. Dann hole ich sie ab. Diese Asche kann unser Phönix allmählich hinter sich lassen.

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