Donnerstag, 7. April 2016

Betty, unsere Queen.

Es ist unfassbar, wie respektlos die Amerikaner sein können, wenn es um ihr Land geht. Die Königin eines anderen, befreundeten Landes, Betty zu nennen statt Elizabeth, ist unverfroren. Dann auch noch im Zusammenhang mit einem anderen Lachobjekt, Donald Trump. Andererseits erinnere ich mich gerne, wie verachtend Martin Luther behandelt wurde, besonders von Katholiken, wobei der Reformator offiziell kein Protestant war, sondern ein hinausgeschmissener  Katholik. Ich habe mir diese Sache einmal genauer angesehen. Wen kann es stören, wenn andere die eigene Person verbal heruntersetzen? Majestätsbeleidigung wurde eigens als Strafbestand eingeführt, damit man dafür eine Handhabe hat. Es hat nichts genützt. In Zeiten emotionalen Aufruhrs wird mit Steinen geschmissen und beleidigt, was das Zeug hält.



Wer in der Öffentlichkeit steht muss über den Dingen stehen. Das betrifft auch mehr oder weniger milde Beleidigungen. Eine Königin hat das Privileg, über den Dingen zu stehen. Dabei kann "Betty" nur eine humorvolle, etwas frivole Anmache sein, die man mit links aushält. Politiker müssen sich da viel mehr gefallen lassen. Inzwischen auch die kirchlichen Würdenträger. Und dieser Donald Trump erst. Vor dem macht kein Witzbold mehr halt. Man denkt da mit Genugtuung, dass er sich das alles selbst zugezogen hat.

Delikater wird es, wenn es um einen Präsidenten geht, der Kritik geradezu auf sich zieht. Und es auch verdient hat. Warum muss er seinem wahrlich nicht begüterten Millionenvolk auch einen Palast vorsetzen, der nur zu einem größenwahnsinnigen Potentaten passt? So geschehen in Ankara. Das reizt zum permanenten Ärger und zur internationalen Lächerlichkeit. Dann ärgert sich dieser Mensch auch noch über kritische Journalisten. Wer diesen Kampf gewinnen wird, kann man sich lebhaft vorstellen. Auch wegen solcher provokanten Maßlosigkeit steht jeder vernünftige Lacher auf der Seite der kritischen Weltbetrachter. Erdogan, du hast es dir selbst vermasselt.


Angela Merkel hat es bisher geschafft, karikaturalen Angriffen geschickt aus dem Weg zu gehen. Nur die Griechen machten aus ihr eine Nazidame mit der berüchtigten hitlerschen Rotzbremse. Die NSA bekam zu hören, "das geht gar nicht", ein Verdikt, das nach der Schnüffelattacke der NSA so unschuldig erscneint wie ihr Gesicht, wenn sie es gefährlich an das von Francois Hollande heranschiebt, um es eventuell zu küssen, obwohl er ein Sozialist ist. Man kann trotzdem jemanden achten. Auch der liebe Gott muss sich vieles gefallen lassen. Und wenn Jesus über den See Genezareth schreitet und dabei auf einer schwimmenden Bananenschale ausrutscht und in den Fluten versinkt, müssen wir lachen. So ist das eben.








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