Samstag, 24. Oktober 2015

Verloren in den Yorkshire Mooren.

Wer tut sich so etwas an, möchte man wissen. Die Yorkshire Moore sind nicht nur ein Wandergebiet von beträchtlichen Ausmaßen, sondern ein wolliges Biotop für Schafe und anderes. Da muss man einfach hin. Bergschuhe und blasfeste Winter- Regenbekleidung sind unerlässlich. Dann, etwas zum Kauen und Trinken, denn 3 Stunden Gehen sind das Wenigste, das dich hier erwartet.


Die Schafe sind echt sexy: schwarz-weiße Beine, der Kopf mit viel Schwarz, die Augen neugierig, der Hupfer über das Gestrüpp fast ängstlich, wenn ein Wanderer ihren Weg kreuzt. Und dicke Wolle, schon wieder gewachsen nach der Sommerschur.



Über das Schaf an sich lässt sich trefflich nachdenken. Manche halten es für unintelligent. Ich bin zu der Einsicht gekommen, dass Schafe der beste Freund des Menschen sein können. Wenn sie wollen. Cathies Einsicht ist nicht so überzeugend. Als geeichte Yorksherin legt sie beim Wandern einen Zahn drauf, dass mir Hören und Sehen vergeht. Am Abend wirst Du es mir büßen, dachte ich.


Nein, Jahrhunderte alte Moorleichen findet man hier nicht. Eher ein aufgegebenes Bauernhaus aus Stein, Zeugnis vergangener Zeiten. Das Wetter passt zu Mensch und Schaf: Beide tragen viel Wolle und trotzen jedem Sturm. Ich kann nicht behaupten, die Sonne hätte geschienen. Mitnichten!  Regnen tat es aber auch nicht.


Der Weg zum Schaf ist in Yorkshire immer mit Kühen gepflastert, deren angeborene Faulheit nicht zu übersehen ist. Dass sie die schmackhaften Yorshire Molkereiprodukte liefern, bis hin zur Butter und zur double pouring cream, versteht sich fast von selbst. Schießlich haben wir es auch hier mit professionellen Nahrungsmittellieferanten zu tun, die nicht nur die Supermärkte des Königreiches versorgen, und denen der Gedanke, sie würden dem gefräßigen Nahrungsmittelriesen Nestlé zuarbeiten, ein regelrechter Horror ist. Lieber legen wir uns wieder hin und schlafen.


Im Spätherbst ist natürlich alles heruntergekommen. Die Blaubeeren sind geerntet, das Heidekraut verblüht, der Farn, nur noch ein Schatten seiner selbst.  Was bleibt, sind die Kuhfladen, deren Duft der ewige Wind vor sich herträgt, und die Schafsknoddel, die man vornehm droppings nennt.

  
Ein heißes Bad, mit dem Duft von Lavendel, lässt die Mühen eines Ausfluges in die Weiten des Moores bald wieder verklingen.



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