Mittwoch, 13. März 2013

Warten auf den Rauch

Das Konklave in Rom spitzt sich zu: wird es ein Italiener, Brasilianer, Afrikaner? Wer es nicht wird, wissen wir schon: kein Deutscher, kein Österreicher, kein Australier, keine Frau, keiner, der nicht Kardinal ist. Das ist in etwa alles, was gewusst werden muss. Die Hysterie der Medien ist unerwünscht. Warum können wir nicht in Ruhe gelassen werden. Der letzte Papst ist in den Ruhestand getreten. Der Vorletzte hatte Parkinson. Davor gab es einen Herzensguten, einen, der nach kurzer Papstzeit verstarb, einen, der vielleicht mit den Nazis, wer weiß? Wichtig ist, dass die Berichterstattung nicht unnötig hysterisch sondern einigermaßen historisch verläuft.


Warum müssen die Medien, das heißt vor allem, das Fernsehen, immer wieder auf den Trick hereinfallen: nicht alle Menschen sind katholisch oder "gute" Katholiken. Warum immer den gleichen Unsinn wiederkäuen? Wir wissen jetzt alle, dass es 115 Kardinäle sind, die den neuen Papst wählen. Warum ein mäßiges Ereignis zur Sensation hochputschen, während brennende Fragen in den Hintergrund treten? Wir warten geduldig auf den Ausbruch eines Vulkans. Auch Kriege künden sich an, werden jedoch erst eingeblendet, wenn es die ersten Toten gibt. Aber sind wir so geil auf die Nachricht aus dem Vatikan?


Können wir die Frage bereits beantworten, wie der neue Pontifex mit den Problemen der Zeit umgehen wird? Mit der bekannten Heiligenscheinheiligkeit? Mit dem gesetzten Pathos des Politikers? Mit dem nüchternen Menschenverstand? Ich kann warten. Ich muss nicht live mit Rom verbunden sein, um schwarzen oder weißen Rauch aus der Sixtinischen Kapelle aufsteigen zu sehen. Ich kann warten. Seelenruhig.

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