Donnerstag, 23. Januar 2014

Hassprediger aller Länder, vereinigt euch!

Ihr habt ja sonst nichts besseres zu tun. Seit Jahren versuche ich, dem Phänomen der Hasspredigt auf die Spur zu kommen. Folgende Ingredienzien scheinen mir dazu zu gehören:
- dass es welche gibt, die sich solche Hasstiraden gerne anhören;
- dass manche Gehirne besonders anfällig für Fanatismus sind;
- dass sich Gutgläubige gerne einen Bären aufbinden lassen;
- dass das Selbstbewusstsein mancher gestört ist;
- dass man seinen Frust gerne bei Minderheiten ablässt;
- dass es welche gibt, die rein rhetorisch Einfluss auf andere nehmen können.


So gesehen, war Adolf Hitler einer der Größten. Wenn er seine wohlgesetzten Reden beendet hatte, brauste die Zustimmung in frenetischen Heilrufen über den Platz. Doch muss sein Propagandameister Joseph Goebbels der bessere Hassprediger gewesen sein. Rhetorisches Talent, gepaart mit demagogischer Wucht, so übte er seinen Job als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda aus. Dabei konnte kaum jemand dieses Rattengesicht ertragen. Nur die Tatsache, dass er (noch) nicht täglich im Fernsehen zu sehen war, hat die Menschen davor bewahrt, alle auf seinen Leim zu gehen. Manche nannten ihn wegen seines Klumpfußes auch Humpelstilzchen oder Schrumpfgermane.

Man darf diese geschichtlichen Ereignisse nicht vergessen, die zum totalen Krieg geführt haben, den Goebbels 1943 im Berliner Sportpalast so publikumswirksam ausgerufen hat. Heute machen solche Tiraden die sogenannten Hassprediger, von denen es nicht nur bei den Salafisten eine ganze Menge gibt. Man muss sogar befürchten, dass es heute durch die Allgegenwart der Medien leichter ist, die Massen anzusprechen und zu verscheißern. Stimmt es, dass der Mensch viel glaubt, aber wenig weiß? Das Bildungsniveau, hoch oder niedrig, ist immer anfällig für Gemeinplätze, die auf der Verunglimpfung anderer beruhen. Sonst gäbe es heute übrigens nicht so viele Verleumdungsprozesse.


Wie leicht fällt es den Medien, Ängste zu schüren, auch wenn sie es nicht wollen. Heute sind es Epidemien, grippale Infekte, Morgen der Klimawandel und Übermorgen ganz neue Gewalt, Amoklauf oder Al-Qaeda, wie ihn ein gewisser Osama bin Laden konzipiert hat. Und, es gibt weltweit genügend Anhänger und Gläubige für jeden Blödsinn, wenn er sich nur verständlich darstellen lässt. Diese Verbalattacken richten sich immer gegen Minderheiten und Schwächere, egal, aus welcher Ecke sie kommen. Deshalb ist politische Korrektheit, unter Beachtung des gesunden Menschenverstandes unbedingt notwendig. Dann kann man sich getrost als vegetarisch-schwulen Judenkannaken mit afrikanisch-asiatischen Muslimwurzeln bezeichnen, dessen Lieblingsbeschäftigung Bettnässen und Liebstöckel-riechen sind. Und nichts passiert. Oder so. Mut, gegen Hass und Angst aufzustehen. Das haben Hassprediger nicht gern. 

 

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