Samstag, 26. Oktober 2013

Bananenrepublikanische Ansichten und Aussichten

Wenn es kälter wird, steigen die Preise für Bananen. Die Banane läuft dann anderen Früchten den Rang ab, weil es diese auf dem Markt kaum noch gibt: Erdbeeren, Heidelbeeren, Aprikosen, Kirschen usw. Ausgerechnet Bananen, die aus Ländern stammen, die man gewöhnlich als Bananenrepubliken bezeichnet. Das ist ein wenig hochmütig, beleidigt auch ein wenig die mühsam zustande gekommenen Republiken, die man manchmal auch als Diktaturen bezeichnet, weil ein Regime dem anderen die Tür in die Hand gibt. Oder, es halten sich Dynastien über Generationen hinweg an der Macht, was den Export von unreifen Bananen kaum beeinträchtigt.

Überreife Banane

Die Politiker in den hochentwickelten Wirtschaftszentren haben es da schwerer. Sie müssen gewählt werden. Wenn etwas schief läuft, wird schnell das Schimpfwort "Bananenrepublik" gebraucht, das dann mit mildem Lächeln zurückgewiesen wird. Österreich war mal eine Großmacht, und hat sich mit viel Würde zum Kleinstaat heruntergeschrumpft. Bananenrepublik? Mit nichten! Das Vereinigte Königreich hatte es da weniger leicht. Königin Victoria war auch Kaiserin von Indien und Oberhaupt vieler anderer ehemaliger Kolonien. Das macht überlegen. Ihre Nachkommin Elisabeth tat sich manchmal etwas schwer, diese historische Last zu übernehmen. Die Franzosen, die seit Napoleon auch keine Weltmacht mehr sind, haben sich viele Jahre in der Illusion gewiegt, noch so etwas wie eine Großmacht zu sein. Eine seltsame Sonderrolle im internationalen Konzert ist davon übrig geblieben. Auch das Deutsche Kaiserreich wollte sich nach einigen Bananen produzierenden Ländern hin ausdehnen. Kamerun, Deutsch Südwestafrika, Togo, Deutsch-Ost, die pazifischen Marianen, die Salomon-Inseln, Das Bismarck-Archipel. Vielleicht habe ich sogar etwas vergessen. Dann hat man es notgedrungen vorgezogen, sich mehr für die Bismarckheringe produzierende Welt zu interessieren. Auch das hat erheblich zur Verkleinerung des deutschen Territoriums beigetragen.

Die Abhörbanane

Die deutsche Bundeskanzlerin wurde gelegentlich als mächtigste Frau der Welt bezeichnet. Ich hatte da immer meine Zweifel, aber, wer ist dann die mächtigste? Ich glaube, die Frage ist falsch gestellt. Jedenfalls wird ihr Telefon von der NSA und anderen geheimniskrämerischen Agenturen schamlos abgehört. Auch der französische Präsident scheint unter so etwas zu leiden. Das Vereinigte Königreich bleibt dem Großen Bruder über dem Teich auf Gedeih und Verderb verpflichtet. Ob abgehorcht wird oder nicht, who cares?

Kronjuweliergeschäft

Stellt sich also die Frage, ob die Bezeichnung "Bananenrepublik" für ein Bananen exportierendes Land noch gerechtfertigt ist. Wenn wir alle zu Bananenrepubliken aufsteigen, sollten wir uns andere Unterscheidungsmerkmale ausdenken. Etwa: Land mit dem 15000 € -Badenwannenbischof. Oder: Kronjuwelenterritory mit Migrationshintergrund. Oder Champagnerparadies mit LePen-Syndrom. Oder: Möchtegernegroß mit Aushorchflatulenz. Da gäbe es noch vieles....

Nachdem wir jetzt alle zur Bananenrepublik geworden sind, fehlt uns ein persönliches Profil. Dabei haben wir lediglich die Spione, die wir verdienen. Und es ist nicht verboten, so viele Bananen wie möglich aus den traditionellen Bananerepubliken zu importieren. Wenn CIA und NSA weiterhin krumme Dinge drehen, wird ihr Land ebenfalls zur Bananenkolonie. Da frage noch einer, warum die Banane krumm ist.




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