Freitag, 30. März 2012

Karl May und der Weg dorthin

Hat er nicht das beste aus uns herausgeholt? Wir standen im Schulhof, beendeten unsere Gespräche mit "Hugh, ich habe gesprochen" und fanden die Mädchen doof, weil sie Trotzkopf und Heidi lasen. Mit dem Schacher um die über 60 Karl May Bände war nicht zu spaßen. Man hatte Wartezeiten bis zu mehreren Wochen, bis man endlich Band 3 Im Reich des silbernen Löwen ergatterte. 600 Seiten. "In zwei Tagen brauche ich ihn wieder, denn meine Schwester hat ihn ihrem Freund geklaut. Wenn der dahinter kommt habe ich ein Problem". Dafür musste ich meinem Freund Durchs wilde Kurdistan leihen, das ich von Heide bekam, das einzige Mädchen in meiner Knabenwelt, das Karl May las. Sie trug auch Lederhosen, kletterte auf Bäume, und ihre Mutter sagte immer zu ihr: "An dir ist ein Junge verloren gegangen".


                                                        Am Rio de la Plata


Ich selbst gehörte zu den armen Hunden, die lediglich den dritten Band von Winnetou ihr Eigen nannten. Damit waren kaum Geschäfte zu machen. Andererseits schaffte ich es immer wieder, einen Karl May mit nach Hause zu nehmen. Dort fing der Kampf erst richtig an. Am Rio de la Plata wurde raffiniert versteckt, bis die Hausaufgaben gemacht waren. Dann, nach dem Abendessen, schützte ich Müdigkeit vor. Fernsehen gab es zum Glück noch nicht. Dafür aber Am Rio de la Plata. Mit einer Taschenlampe im Schlafanzug verzog ich mich, verdächtig früh und begab mich unter die Bettdecke. Natürlich musste ich darauf achten, dass ich den mütterlichen Kontrollgang nicht verpasste, denn sie schaute immer nach, ob ich schon schlief. Das wurde ihr dann perfekt vorsimuliert, bis ich wieder weiterlesen konnte. Die Batterie war oft leer, wenn die 600 Seiten gelesen waren. Mit geröteten Augen ging es dann an den Frühstückstisch, wo wenig darauf geachtet wurde, wie müde man aussah. Schließlich mussten die Kinder (meine kleine Schwester und ich) rechtzeitig zur Schule. Dort wurde Am Rio de la Plata diskret zurückgegeben und später Der blaurote Methusalem in Empfang genommen. Einen dieser Bände konnte ich auf der Fensterbank bei Vollmond lesen. Kein Wunder, dass ich eine Erkältung bekam, und als Langzeitfolge, eine Brille tragen musste.




Danke, Karl May. Du hast viele glücklich gemacht. Ich pfeife auf die hämischen Bemerkungen Arno Schmidts, des Verfassers von Zettel's Traum, einem grandiosen aber völlig verrückten Werk, der in einer psychologischen Studie, "Sitara und der Weg dorthin", unseren geliebten Karl May als Homoerotiker zur Schnecke machte. Natürlich wusste wir damals schon, längst erwachsen geworden, dass bei Karl May kaum Mädchen vorkamen (ich  las ja auch die Bücher meiner Schwester, wo es nur so von Mädchen wimmelte), aber das fiel uns kaum auf, denn wir waren die Freunde von Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand, und nicht von irgendwelchen Mädchen. Die großspurige Männerehre lernten wir von Hadschi Halef Omar  Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Davud Al Gosara, und den vornehmen Charakter der Rothaut Winnetou machten wir uns zum Vorbild. Da war kein Platz für Mädchen. Dass Arno Schmidt mit seinen nicht ganz unbegründeten Unterstellungen uns im Nachhinein Karl May madig machte, war nicht nett. Viele von uns haben noch geschluckt, als uns schon der Adamsapfel gewachsen war.

Zweihundert Millionen Karl May Bücher wurden gedruckt. Jetzt ist dieser Autor hundert Jahre tot. Was uns bleibt, sind die Erinnerungen an einen seltsamen Aufschneider, einen mittleren Betrüger, einen total verlogenen Reiseschriftsteller, der uns Jungen von damals in wilde Träume versetzte und auf abenteuerliche Reisen mitnahm. Vielen Dank, Karl May.

Donnerstag, 29. März 2012

Ihr Schnarcher, hört genau hin!

Ich meine das, wie ich es sage, obwohl man das eigene Sägegeräusch, gar im Traum, nicht selbst hört. Ein Partner oder eine Partnerin, es darf auch die Ehefrau sein, oder ein gleichgeschlechtlicher Mitbetroffener, sind am besten geeignet, über die Schnarchgewohnheiten des jeweils anderen Aussagen zu machen.




Noch habe ich im Fernsehen keine Panik verbreiten wollende Werbung zum Thema gesehen. Das liegt jedoch in der Luft. Bei meiner Hausärztin finde ich heute ein achtblättiges Faltblatt, während ich im Warteraum sitze. "Schnarchen...ist lästig...schadet Herz % Kreislauf...mindert Lebensqualität". Gewöhnlich bin ich immun und auch allergisch gegen Gesundheitsflyer, bei denen man im Anschluss seinen Arzt oder Apotheker befragen muss. Hier, auf der letzten Seite, stand: "Selbsthilfegruppen Schnarchen-Schlafapnoe des Landesverbandes Baden-Württemberg e.V." Zwölf solcher Verbände sind aufgeführt, einer davon ganz in meiner Nähe. Welche Wohltat, nicht eine Pharmafabrik genannt zu bekommen, bei der man sich bedienen kann, wenn man Abhilfe sucht. Motto: Schnarchen kann tödlich sein.

Also Schnarchen und Schlafapnoe gehören irgendwie zusammen. Wer hätte das gewusst? Ich schnarche schon seit Jahrzehnten. Meine Frau, die, wenn zuhause, noch nie woanders als neben mir geschlafen hat,  bezeugt, freundlich und verständig wie sie ist, dass ich schnarche. Jede Nacht. Ich leugne das aus Prinzip, aber nur ganz schwach. Klaglos legt sie sich zwei kleine Wachsstöpsel in die Ohren, die sie beim Erwachen automatisch wieder herausnimmt. Ich bin also ein glücklicher Schnarcher, denn mich trifft kein Vorwurf.


Bei Durchsicht  dieses Faltblattes jedoch wird mir schwummrig, denn, Schnarchen kann ein Symptom für eine gefährliche Krankheit sein, nämlich, wenn durch Erschlaffung der Schlundmuskulatur die Luftröhre blockiert wird. Nicht nur bei Älteren und Übergewichtigen kann das passieren. Dann wird nicht mehr geatmet, obwohl das Zwerchfell weiterarbeitet. Diese Atempause nennt man Apnoe. Wer folgendes bei sich feststellt oder von dem Mitschlafenden es bestätigt bekommt, sollte sich kümmern: Tagesschläfrigkeit, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerz beim Erwachen, Nachtschweiß, häufiges nächtliches Wasserlassen, gesteigerte Reizbarkeit, morgens Schwindelgefühl. Dabei treten nicht immer alle Symptome auf. Herauszufinden, was Sache ist, sollte Ehrenpflicht jedes Schnarchers sein.

In leichten Fällen hilft schon ein zahnärztlicher Schnarchschutz und eine Beatmungsmaske bei Schlafapnoe. Um mehr Information zu erhalten, pirsche man sich vorsichtig ins Internet (www.schnarcherhilfe.de) und sucht sich die Therapie zusammen. Viele Betroffene können da schon helfen bevor sie ihren A. o. Apoth. fragen, der vielleicht komplizierte und teure Antworten auf einfache Fragen hat. Ich werde es jetzt einmal mit dem preiswerten Schnarchschutz versuchen. Ein Japaner, der in der Pariser Metro einen Mundschutz trägt, schämt sich schließlich auch nicht.

Mittwoch, 28. März 2012

Adolf Hitler und das Mikrofon

Lasst uns sachlich bleiben, es gab schon Fernsehen, sogar öffentliches, in Berlin, aber schwarz-weiß, und so gut wie niemandem zugänglich, im Jahr 1936. Auch Radio, Film, Fotografie, Telefon und Zeitungen. Was es nicht gab, waren Internet, Farbfernsehen, Transistoren, die den Empfang auf der Toilette oder beim Joggen möglich machten, und natürlich Mobilfone, mit denen man jederzeit jeden über alles anquatschen kann.


                                                   Mahnmal in Nürnberg


Der arme Adolf Hitler: er musste in Mikrofone schreien ("Mein Volk, patatipatata.."). Damit wirkte er auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände, wie der große Erlöser, der seine Botschaft in klaren Worten unverständlich machte. Nur wer wollte, konnte den Führer verstehen. Und das waren auf dem ersten nationalsozialistischen Reichsparteitag, 1934, sehr viele. Frauen mit verklärtem Blick. Männer, zu allem entschlossen. Kinder als zukunftsweisende Elite, die Mädchen mit reizenden Zöpfchen, fast alle blond, die Jungs mit kurzem männlichem Haarschnitt, die Körpersprache deutete Testosteron an, wo es keines gab.

Ich sah neulich den Film von Leni Riefenstahl wieder, "Der Wille zur Macht", ein Doku, würde man heute sagen, im Auftrag des Führers. Da Leni eine begabte Filmemacherin war, hat sie alles in diese Arbeit gesteckt: Zwischenschnitte mit Hermann Göring, Rudolf Hess, Göbbels ... und viele unbekannte Gesichter, die Begeisterung zeigten. Immer wieder geballte Männlichkeit, die Leni so bewunderte, und den Führer selbst, Kinder tätschelnd, aufrecht im Wagen stehend, hinter dem Mikro posierend. Es fällt auf, dass der deutsche Gruß im wesentlichen in drei Ausführungen praktiziert wurde. Der Führer stand im Wagen, sein rechter Arm schwenkte scharf nach rechts aus. Der Arm galt denen, die den Straßenrand säumten. Der Führer befand sich frontal vor der Masse: sein rechter Arm wippte steil ausgestreckt nach oben. Der Führer saß und gab sich entspannt: der Arm beugte sich, die Hand zeigte nach hinten oben, als hielte sie eine wertvolle Frucht (in der Karikatur wurde daraus das imaginäre Anheben eines Frauenbusens). Die Zeit war auf Pomp eingestellt.

Hätte der Führer kein Mikro gehabt, wäre er nach seiner ersten langen Rede heiser gewesen. Einige wären eingeschlafen, andere hätten lauter (als er) brüllen können, etwaige Protestler. Hätte er sein Buch "Mein Kampf" nicht geschrieben, niemand hätte es gemerkt. Bei meinen Eltern fand ich dieses Buch, als der "Feind" schon im Lande war. Es wurde ungelesen weggeworfen, und ich musste mir das einzig vorhandene Exemplar in der Unibibliothek in Freiburg holen, um es Seite für Seite dort lesen zu können. "Mein Krampf" hätte ich dieses Buch genannt. Emotionale Enthüllungen eines Unreifen. Unnötiges Charisma. Ohne Buch ging es halt damals schon nicht. Fehlerhafter, bedeutungsloser Unsinn, dieses Buch.

Adererseits, hat Charlie Chaplin im Großen Diktator diesen Charismatiker so getreu dargestellt, dass das deutsche Volk sich vor Lachen den Bauch gehalten hätte, statt ehrfurchtsvoll zu den Urnen zu gehen. Zum Reichskanzler haben sie ihn gemacht. Wer Leni Riefenstahls Film gesehen hat, versteht auch, dass die gezeigten Nazigrößen 1934 noch keine Kriegsverbrecher waren. Man hätte sie vielleicht noch ausbremsen können, aber der Mut fehlte. Dann ging es geradewegs in den Abgrund. Wieviele Millionen sind Opfer dieses Wahnsinns geworden? Eine Partei, die auch nur halbwegs diese Nazivergangenheit nostalgisch wiederbeleben möchte, muss von der Demokratie ausgeschlossen, d.h. verboten werden.

Dienstag, 27. März 2012

Krank nach Indien - gesund wieder nach Hause




"Ach, sie fahren nach Indien? Haben sie sich das gut überlegt"? Das sagen Ärzte gerne, wenn man sie fragt, was man für seine Gesundheit tun kann. Gefährlich ist es aber nicht, vorausgesetzt, man hält sich an gewisse Grundregeln: Hygiene beachten, also kein unbehandeltes Wasser trinken, auf Moskitostiche achten und keine offenen Wunden mit sich herumschleppen. Auch einen Schnupfen kann man in Indien bekommen, oder einen Schlangenbiss, oder von einem Elefanten umgeschubst werden....Man ist als Europäer gegen vieles eben nicht immun, vor allem Bakterien. Dafür kann man in Europa leichter von Rheuma befallen werden.




In Europa neigt man dazu, Krankheiten in körperliche, psychische oder psychosomatische Gebrechen einzuteilen. Die entsprechende chemische Keule scheint unumgänglich, denn die Pharmaindustrie hat alles fest im Griff. Andererseits entdecken mehr und mehr Menschen die Wohltaten der Ayurveda-Medizin, eine chemiefreie Heilkunst, die aus Indien kommt und im Südstaat Kerala besonders ausgeprägt ist. Diese uralte, ganzheitliche Heilmethode beruht dort auf zwei wesentlichen Merkmalen: der Körper soll von Giften gereinigt werden, die sich durch falsche Ernährung und unausgewogenen Lebensstil angesammelt haben; dann soll das fehlende Gleichgewicht im Körper mit pflanzlichen Mitteln wiederhergestellt werden, mit Hilfe von Pflanzenölen und verschiedenen Massagetechniken. Dazu gibt es eine spezielle Ernährung und eine kraftvolle , tägliche Ganzkörpermassage. Näheres ist in dem Buch "Indien - Der Süden", herausgebracht von Stefan Loose (Travel Handbücher) nachzulesen. Über Risiken und Nebenwirkungen fragen sie vor allem nicht den Arzt oder Apotheker, denn sonst landen sie wieder bei den Pharmakonzernen. Indien ist billiger, braucht jedoch für die Heilung manchmal etwas länger.





Samstag, 24. März 2012

Samstag ist's, und Frühling!

Man wird nicht fertig damit: diese Freude, diese Sonne! Sie wärmt, lässt träumen und treibt die Triebe aus den Pflanzen. Die ersten Aprikosenblüten sind schon im Garten. Da, auch die Veilchen. Der Rasen ist schon vertikultiert. Oder nennt man das anders? Ein stahlbläulicher Hauch, Dunst, Schimmer liegt über allem.


Vielleicht ist es verwegen, jetzt schon an die Bohnen zu denken. Diesen importierten Dreck im 400 Grammbeutel nicht mehr anrühren müssen. Nein, auch die naturschädigenden Erdbeeren, die wie vergiftete Leckerbissen aussehen, werden nicht gekauft. Spargeln aus Holland? Jetzt? Niemals! Warten wir, bis das Land sie im Übermaß anbietet. Aber die Ungeduld wächst. Wir müssen hinaus, diese Wärme in den noch lichten Wäldern genießen. Warum nicht auf der Terrasse sitzen, ein Bier trinken? Oder den Wein, der so herrlich schmeckt. Ein Gläschen zuviel? Na, und!

Es ist eben Frühling. Da ticken sie wieder anders, die Uhren. Wie schön, wenn man eine Geliebte hat. Oder einen Liebsten. Ich habe eine. Nach vier Tagen Abwesenheit in einem östlichen Land trudelt sie heute wieder ein. Meine Gefühle schlagen Purzelbäume. Ich muss noch die Forsythien schneiden. Sie blühen schon. Einen üppigen Strauß werde ich ihr ans Bett stellen. Dann hoffe ich, dass die sprichwörtliche Frühjahrsmüdigkeit nicht sofort zuschlägt. Samstag ist's, und Frühling.



Hugh, Gauck hat gesprochen

Der neue Bundespräsident ist vereidigt. Seine Rede wollte uns allen Mut machen, die angeborene Feigheit unserer Mitbürger mildern und denen, die rechten Terror wollen, klarmachen, dass wir "ihnen unsere Angst nicht schenken". Dass die Geschichtsbewältigung der Deutschen defizitär ist, hat Gauck auch gesagt, und, dass er unser Land für ein "Demokratiewunder" hält.




Die Kaffeesatzrührer werden noch einige Zeit zu tun haben, um Dinge aus dem Zusammenhang zu reissen. Das kann ihm nicht schaden. Beate Klarsfeld wurde nicht erwähnt, der Vorgänger, ein wenig schmeichelhaft zwar, aber angemessen. Das schadet auch niemandem. Wir haben also einen Präsidenten, den man ruhig alleine lassen kann. Ich werde mir solche Reden nicht mehr anhören, denn was er sagt, kann man ohne Aber gutheißen. Wir haben einen Präsidenten zum Herzeigen. Wenden wir uns wieder anderen Themen zu. 

Freitag, 23. März 2012

Equal Pay Day - dass ich nicht lache!

Vor grauer Vorzeit fand man in Frankreich, dass es ein Problem mit den Frauen gibt. Dann hat man das Ministerium "pour la condition féminine" geschaffen. Ob es das heute noch gibt, will ich gar nicht wissen. Aber typisch. Da ist der Equal Pay Day, der aus Amerika kam, viel besser: es gibt ihn auch schon lange. Heute, am 23. März, ist der Tag, bis zu dem statistisch und weltweit Frauen wegen des niedrigeren Einkommens praktisch umsonst arbeiten müssen. Eine bayrische Sozialministerin gab dazu ein Interview. Sie gab dem die Fragen stellenden Mann irgendwie recht. Die Dinge sind halt so. Außer banalen Antworten scheint von der Politik zu diesem Thema nichts Neues zu kommen. Traurig.



Die Frauen sind jedoch selbst schuld. Sie wollen von Männern geliebt werden, nehmen Trinkgelder an, und wenn ihnen der Mann etwas zusteckt, rennen sie sofort in die Boutique und kaufen sich Tand. So geht das nicht. Auch bei Schwangerschaften seid ihr weitgehend arbeitsunfähig. Und das Müttergenesungswerk ist schließlich auch kostenlos. Ich sehe also nicht ein, warum Frauen unbedingt den gleichen Lohn haben müssen wie die Männer, die an der vordersten Front stehen, Autos reparieren, Traktoren und Rasenmäher bedienen und dann an der Bar kaum noch die Kraft haben, das wohlverdiente Glas zu halten.

Ist es nicht an der Zeit, mit brutalstmöglicher Vehemenz an diese schändliche Frage zu gehen?
Es hat sich herausgestellt, dass Frauen auch Menschen sind. Manche müssen sogar ihre Intelligenz verstecken, damit die Männer nicht neidisch und ungehalten werden. Wie wär's mit "gleicher Lohn für gleiche Arbeit", geschlechtsunspezifisch? Eventuell könnte man vereinbaren, rein symbolisch an jedem Monatsende den Frauen einen Euro abzuziehen, um die Ungleichheit fortbestehen zu lassen. Dafür würde dann der Boss (falls er ein richtiger Mann ist) als Ausgleich den  Mitarbeiterinnen einen nicht zu feuchten Kuss auf den Mund drücken. Irgendwie müssen WIR MÄNNER dieses Problem endlich lösen.


Donnerstag, 22. März 2012

There was once a girl.....


                                                                                   My sister, isn't she sweet?

A girl from Shanghai
There was once a girl from Shanghai,
Who suffered and asked herself why?
And then she found out,
She`d married a kraut,
And suddenly  wanted to die.




 The Girlie from Berlin
There was once a girlie from Berlin
She found a most beautiful pearl in
A box that was her`s
And what was still worse:
The pearl in the box sucked the girl in.



Das Mädchen aus Dortmund
Es war mal ein Mädchen aus Dortmund.
Das rannte ganz traurig dort fort und
Ging auf einen Tanker.
Und liebte `nen Punker,
Sie tat es zunächst nur an Bord kund.






Dienstag, 20. März 2012

Lasst Gauck in Frieden!



Am Freitag wird er seine Rede halten. Da wird für Kaffeesatzschnüffler und Kremlauguren genug drin stehen. Was ich schon jetzt zu wissen glaube - und dieser Glaube genügt mir vorerst - ist, dass der neue Bundespräsident nicht das Händchen aufhalten wird. Er wird auch nicht in laufende Kameras hineinflunkern, und er braucht Euch Medien nicht, weil nicht Ihr ihn gemacht habt, sondern die Umstände. Was mir bei dem Geküre eines Präsidenten aufgefallen ist: die Medien wollen ihn zu einem Objekt machen, das jederzeit Rede und Antwort zu stehen hat. Er wird Euch die entsprechenden Reaktionen liefern. Schließlich hat er von Freiheitsliebe gesprochen, nicht Ihr!

Ich habe auf beiden Seiten gearbeitet: vor und hinter der Kamera, vor und für die Presse. Wenn man früh etwas lernt, dann ist es folgendes: Unter den Journalisten gibt es kompetente Leute mit Charakter und Prinzipien. Sie wollen die Wahrheit ans Licht fördern und wagen manchmal auch etwas. Das sind Journalisten mit Leib und Seele. Ich könnte Namen nennen. Tu ich aber nicht. Sie bleiben diskret im Hintergrund, weil sie es so wollen. Die anderen zerfallen in verschiedene Kategorien. Leichenfledderer. Schmierfinken. Hellsichtige Karrieremenschen. Unfähige, die nichts kapieren. Geschichtsklitterer. Geld- und Quotenmacher. Unkluge und Klugscheißer. Der Gedanke, ich hätte einer dieser Kategorien angehört, macht mich schaudern.

Was den Präsidentenvorgänger betrifft, so hat er das meiste sich selbst zuzuschreiben. Anderes war billiges Herumhacken auf einem Kadaver, der noch keiner war. Kesseltreiben, ja, aber der Medienmacher fühlte sich dabei instinktiv wohl. Also hat man weitergemacht. Er war ja auch zäh, dieser Herr. Wollte und wollte nicht. Mit Gauck geht es nicht so. Er lässt sich nicht vor Kameras zerren, um zu behaupten, er wolle nun den gesamten Sozialbereich abdecken, dazu noch die Ausländerproblematik, die latente Rechtslastikgeit vieler Deutscher. Einen Teufel wird er tun. Lasst ihn endlich in Ruhe (seine Arbeit machen)! Er ist ganz sicher kein Getriebener. Und heiraten muss er auch nicht, denn das geht niemand etwas an.  

Sonntag, 18. März 2012

Guten Tag, Joachim Gauck


Noch bist Du nicht Präsident, sondern Wunschpräsident. Dieser Blog wird erst rausgehen, wenn das Radio Deine Wahl zum Bundespräsidenten bestätigt hat. Dann werde ich zum respektvollen "Sie" übergehen, und zwar mit Freude. So lange möchte ich mich noch in der Illusion wiegen, dass Du, der gestandene Bürger aus Ost, mit dem altgenugen Bürger aus West so viel Gemeinsames hast, dass das "Du" eine Möglichkeit ist. Übergeschnappt? Ich? Wieso?

Als einer aus Hessen mit größtmöglicher Brutalität etwas aufklären wollte, hatten bereits zu viele Köche den Brei verdorben. Es ging um Geld, und der Aufklärer hat sich in die Büsche geschlagen, bevor er dazu kam. Als Du die berühmte Behörde übernommen hast, die Deinen Namen immer noch stolz trägt, hatten sich andere so unglaubwürdig gemacht, dass ich sie auf jeden Fall siezen würde, und meine Hand wäre mir zu schade, um sie einem solchen zu reichen. Dass Deine Behörde nicht auf Rache aus war, sondern auf Gerechtigkeit, hat jeder sofort gespürt


                         


Bei der Wende hatte ich das Glück, mit meinem schwedischen Parlamentspräsidenten (der Parlamentarischen Versammlung des Europarates) ganz offiziell nach Ostberlin reisen zu können. Nicht nur trafen wir die damaligen Größen der nochDDR, inklusive den Runden Tisch, nein, noch im Januar 1990 wurden wir mit den Insignien der schwindenden Macht mit schwarzen Volvos durch die nochHauptstadt der DDR gefahren. Die Fahrer waren noch an die alten Machtgesten gewöhnt: Bei Rot natürlich über die Ampel (das gibt es auch in Rom und Athen), die Motorradeskorte scheuchte die Fußgänger beiseite, und ein störrischer Radfahrer, der die Nase voll hatte, hob verächtlich seinen Arm und fuhr stur weiter. Ich im Volvo und mein Präsident, wir haben uns gefreut ob solchen Ungehorsams.

                                           Wrong building, but who cares?

Von Dir, lieber Joachim, hatte ich damals noch nichts gehört. Die Zeiten waren aufregend, und wir mussten alle ganz schnell ganz viel lernen. Von Dir kann ich sagen, dass Du auf den Ehrensold aus Scham verzichten würdest, hättest Du Dir die "Eskapaden" Deines Vorgängers geleistet. Ich übrigens auch. Man soll doch nicht behaupten, man kenne seine Pappenheimer nicht. Nur wer nicht ganz dicht ist, ist für alles offen (einer der genialen Sprüche, die den Bayern über seine Grenzen hinaus berühmt gemacht haben). Der Wahnsinn heißt heute: Geld. Alles was Geld bringt ist gut. Das müssen wir gemeinsam bekämpfen. Ich hoffe dabei auf einen Präsidenten, der sein Amt wieder zu dem Macht, was es eigentlich immer war: eine verantwortungsvolle, integre und beispielgebende Aufgabe, die seinen Träger ehrt und auch den kleinen Bürger, der zu einem großartigen Präsidenten aufschauen möchte. Nicht zu einer Sparbüchse für Frührentner.

Joachim, ich warte jetzt nur noch auf die Meldung aus dem Radio. Dann werde ich respektvoll mein aufmüpfiges "Du" zurückziehen und zum bürgerlichen "Sie" übergehen. Nicht, ohne Ihnen, Herr Wunschpräsident, für Ihre neue Aufgabe alles, alles  Gute zu wünschen.