Samstag, 21. Mai 2016

Englischer Wein! Wo sind wir hier?

In Großbritannien hergestellter Wein stellt gerade mal 1% des heimischen Marktes. Der Rest besteht aus Importen aus verschiedenen Ländern. Natürlich ist Franzosenwein darunter, Wein aus Italien, Chile, Kalifornien, Australien, Südafrika und Neuseeland. Neben einem italienischen Pinot Grigio bleibt auch die Blaue Nonne, die Blue Nun, von der Mosel auf dem Programm, ohne, dass man hier darüber  in Verzückung gerät. Man mag es inzwischen auch eher "trocken", doch das Süßliche hat immer noch seinen Platz im Lande.



Während die televisionsgesteuerte Kocherei das Land schon lange fest im Griff hat und man erstaunliche gastronomische Hochleistungen vorfinden kann, ist das Angebot an britischen Weinen eher zum Lachen, also kaum vorhanden. Doch das Rad dreht sich beständig: schon lange gehören die Riojas und Navarras aus Spanien zu den weltweit anerkannten Weinen. Ebenso die Weine aus dem kalifornischen Napa Valley. Auch das Vereinigte Königreich nippt vollmundig an diesen Gläsern mit.


Die Franzosen haben sich mit wenig seriösen Rankingspielchen durch Michelin und Gault et Millau, sowie eine hemmungslose Überproduktion von Bordeaux-und Burgunder-Weinen weltweit als Weinkenner hervorgetan. Doch das System "Preise rauf, Qualität runter" hat auch weltweit für das gallische Land seine Folgen gehabt. So hat der Champagner als erste Schaumweinklasse weltweit fast ausgedient, während Sparkling Wines, Sekte und Perlweine mit bester Auswahl von Qualitätsweinen überall Anerkennung finden, trotz mancher fragwürdigen Sonderangebote. Ich spreche von Qualität, nicht von den über 50 Millionen Hektolitern an Rebensaft, die in la douce France jährlich hergestellt werden.

In Deutschland dürften es etwa 5 Millionen hl sein, in England weit weniger als 1 Million. In der Höhle des französischen Löwen ist nun folgendes passiert: bei einer Verkostung von britischen "Schaumweinen" vor einer hochkarätigen Testergruppe wurden in Paris solche Weine flaschengegärtem Schampus aus Frankreich gegenübergestellt. Eine Blindverkostung also. Von 9 französischen Jurymitgliedern haben 5 bei dem englischen "Nyetimber" aus West Sussex einen französischen Champagner vermutet, weil er ihnen besser schmeckte.

Wenn das nicht ein unverhoffter Triumph für eine - weinmäßig - unbeachtete Nation ist. Haben wir es jetzt also mit einem aufgehenden Stern der Weinbranche zu tun? Immerhin hielten die Hälfte der geeichten Blindverkosteter den 2011er Gusborne Rosé für einen erheblich teureren französischen Billecart Salmon Grand Cru. 2013 hat dieses neue Weinland bei Wettbewerben bereits 25 Goldmedaillen eingeheimst. 2014 waren es schon 46. Statt Brexit also Exit, der Abgang eines guten Weines. Man lernt immer gerne dazu.



Mittwoch, 18. Mai 2016

To Brexit or Not to Brexit - das Referendum

Wer mit dummen Hühnern zu tun hat, kann schon mal ins Eiern kommen. In der britischen Politik wird zur Zeit ganz schön herumgeeiert. Sollen wir in Europa bleiben oder nicht, ist die vitale Frage, die sich jeder bis zum 23. Juni stellen  muss. Die Verkürzung auf Europa passt den Briten, obwohl sie kaum daran denken, dass sie geografisch genauso Europäer sind und bleiben wie die Zyprer oder die Isländer. Doch die Engländer sind alles andere als dumme Hühner. Und sie lieben es geradezu, unterschätzt zu werden.

Doch alles ist so unklar wie Hühnerbrühe. Zahlen wir mehr in die EU als wir zurück kriegen? Geht es unserer Wirtschaft drinnen oder draußen besser? Können wir uns in den Auseinandersetzungen mit den anderen EU-Ländern durchsetzen, und wie können wir den Laden so reformieren, dass für uns mehr heraus kommt? In Anlehnung an ein mögliches Grexit, den Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone bzw. aus der EU, wurde schnell ein Brexit gezimmert, wohl um allen Unentschlossenen die Angst über den Rücken zu jagen. Auch die von Angela Merkel etwas überzogene  Aufnahmebreitschaft für die vielen Flüchtlinge, hat eine Welle der Desolidarisierung in Europa ausgelöst.

Jetzt fiebert alles dem 23. Juni entgegen. Die Bleibenwollenden bekennen sich zur Kampagne "Britain Stronger in Europe", die anderen scharen sich um Neinsager wie den gerade ausgeschiedenen ehemaligen Londoner OB, Boris Johnson, eine schillernde Figur mit einem fragwürdigen Ego. Andererseits ist es unlogisch, dass gerade der für den Verbleib eintretende David Cameron das Referendum erst möglich gemacht hat. Das Herumeiern scheint inzwischen hoffähig geworden zu sein. Auch das Verbreiten von Unwissen und gar Lügen ist an der Tagesordnung.

Was wir bereits zur Genüge kennen, ist die kritische Haltung der Schotten gegenüber London. Auch Wales und Nordirland könnten sich miteinander solidarisieren, um London unter Druck zu setzen. Dabei werden allerhand faule Eier herumgereicht. Der sprichwörtliche gesunde Menschenverstand der Briten wird zur Zeit derart in Frage gestellt, dass man daran zweifeln könnte.


Ich glaube, dass die Hühnersuppe am 23. Juni nicht so heiß gegessen werden wird wie sie zur Zeit gekocht wird. Manche fragen sich jetzt schon, was an Europa eigentlich so schlecht sein soll. Kleinstaaterei hatten wir doch über Jahrhunderte hinweg. Doch nur die Einigkeit macht stark. Das gilt auch für das British Empire.  

Dienstag, 17. Mai 2016

Angelhaken für Dumpfbacken - Gleichgeschlecht

Ich habe mir lange überlegt, wie ich politically correct vorgehen soll. Viele Jahre, eigentlich immer schon, habe ich mit Frauen herumgemacht. Ich fühlte mich einfach zu ihnen hingezogen. Niemand hat sich daran gestört. Nicht einmal meine schwulen Freunde. Aber, das ist nicht alles. Beruflich fuhr ich gelegentlich in Länder, in denen mehrheitlich Muslime leben. Auch verschleierte Frauen waren dort zu sehen. Als Mann hatte man lediglich Zugang zu den westlich orientierten Menschen.


Die Welt muss sich inzwischen geändert haben. Es gab eine Zeit, da galt der blonde Mensch noch etwas. Auch Körperbehinderte schien es weniger zu geben. Ich erinnere mich an Eugen, einen jungen Mann aus unserer Nachbarschaft. Er sagte kaum etwas, lief im Gesicht blau an,  wenn er husten musste, und er war kein Soldat wie alle anderen. Dafür kam er zu uns und spaltete das Holz in unserem Hof. Mama brachte ihm immer etwas zu essen, und ich schaute ihm bei der Arbeit zu. Ich war 5, er vielleicht 20 Jahre alt. Wir waren Freunde, glaube ich.


Schon vergessen? 
Eugens Mutter kam eines Morgens zu meiner Mutter und erzählte etwas mir Unverständliches, nämlich, dass mein Freund in der Nacht von zwei Männern in Ledermänteln mit einem Auto abgeholt wurde. Er solle in ein Heim kommen, wo man sich um ihn kümmern würde. Eugens Mutter kam kurze Zeit danach und zeigte meiner Mutter eine Postkarte, auf der stand, dass Sohn Eugen an einem Herzversagen gestorben sei. Das schien alles sehr legal, doch warum war Eugens Mutter so wütend? Ich weiß, was sie mit ihm gemacht haben, rief sie wütend und verzweifelt. Ich verstand gar nichts mehr.

Warum kann ich es nicht ernst nehmen, wenn ich heute lesen muss, dass immer mehr Menschen über den Zulauf von Flüchtlingen beunruhigt sind, dass unser Land kein muslimisches ist? Sind wir etwa katholisch, protestantisch, jüdisch oder gar ungläubig? Waren wir früher alle Nazis? Sind wir heute "das Volk"? Millionen von unblonden Untermenschen sind in unser Land und nach Europa gekommen. Zuerst waren sie Bittsteller, arm und verzweifelt. Allein 1945/1946 waren es in Westdeutschland, dem heruntergekommenen Hoffnungsträger, mehr als 8 Millionen Flüchtlinge.


Flüchtlinge? 
Jetzt müssen wir es uns gefallen lassen, dass in unserem Land eine Horde von Bedenkenträgern für uns sprechen möchte und im Namen aller Deutschen den Untergang verkündet. Hätte man dies nicht schon in den Dreißigerjahren tun können? Dort wurde im Namen des Volkes gemordet (allein 7 Millionen Juden), während in der NS-Gesetzgebung alles rechtens schien. Der Faschismus kam angeschlichen und machte sich breit. Dann war es zu spät.


Allah ist groß! 
Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber, es können neue Entwicklungen eintreten, denen man entgegen treten muss. Menschen, die aus Angst und Hunger ihre Länder verlassen müssen, sollen nicht aufgenommen werden? Hat nach der Inquisition und all den anderen christlichen Verirrungen ein Muslim nicht das Recht, ein Muslim zu sein? Was machen wir mit Nonnentrachten und bayrischen Lederhosen? Eine Zumutung gegenüber den kopftuchtragenden Frauen aus fremden Ländern? Vielleicht. Alles war einmal tabu und wurde dann überwunden. Was normal ist, bestimmt die Welt und nicht die kleine Provinz Deutschland. Lasst die Dinge sich verändern. Wir schaffen es nicht, dagegen anzugehen.

Noch kauen manche Gesellschaften an dem Problem der gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Dabei geht es sie einen Scheißdreck an, ob man verschleiert ist, sein Geschlecht ändert, oder jemanden des gleichen Geschlechts liebt. Bedenkenträger aller Länder, vereinigt euch! Das klappt niemals, denn wenn die Rechte in Frankreich (Fräulein Le Pen) und die Rechte in Deutschland (Fräulein Petry) einen Bund eingehen, wie es zur Zeit offensichtlich angestrebt wird,  hält das unmöglich. Die Rechte  will immer ihr eigenes Süppchen kochen.


Wer wird denn gleich geschlechtlich? 
Also, lasst uns vernünftig sein: wir brauchen keine Dumpfbacken. Die Nazis haben uns damals ganz schön vor sich hergetrieben. Ich werde nach all den Jahren der Normalität mit meinem Koran unter dem Arm eine gleichgeschlechtliche Beziehung eingehen und dabei die Vorzüge Adolf Hitlers preisen. Vielleicht habe ich damit auch Erfolg. Mein Angelhaken für Dumpfbacken  (AfD?) ist damit ausgeworfen.




Harewood House - irgendwo zwischen Leeds und Harrogate




Irgendwo zwischen Leeds und Harrogate findet man es. Geöffnet zwischen dem 25. März und 30. Oktober. Was dort  sonst noch gemacht wird, können wir nicht verraten. Könnte es sein, dass die 7000 jährlichen Kinderbesuche, zusammen mit den unzähligen Erwachsenen, dieses Herrenhaus und seine großzügigen Parkanlagen bei ihren Besuchen so zerstören, dass die "Ruhezeit" für Instandsetzungen genutzt werden muss? Oder, will die Besitzerfamilie, falls es sie gibt,  in den Karenzmonaten einfach ihre adelige Ruhe haben?


Cath und ich schauten uns das an. Es hat sich gelohnt.   Harewood House wird von einem wohltätigen "Trust", einer Art Stiftung verwaltet und für Bildungsziele eingesetzt. Man kann


viel lernen und dabei die Kunst der Gestaltung durch den bekanntesten englischen Landschaftsarchitekten, Lancelot "Capability" Brown, kennenlernen.


Vor genau 300 Jahren wurde  er geboren. 1758 sah er zum ersten Mal das riesige Anwesen. Da er als "Capability" Brown bekannt war, als "Fähigkeits-Brown", ließ man diesen Landschaftsgärtner zum Wohle des Volkes schalten und walten, weil man ihn für dazu fähig hielt. Dass dabei Barrockes, Grandioses und Klassisches herauskam, muss nicht verwundern. Brown baute künstliche Seen, Vogelhäuser, Bibliotheken, Terrassen, Himalaya-Gärten und vieles mehr.


Harewood gehört zu den vielen, eher versteckten Schönheiten des Landes, die man erst entdeckt, wenn man mit Eingeborenen zu tun hat. Auch Briten neigen da gerne zur Untertreibung. Es gibt hunderte solcher Herrensitze, die heute der Öffentlichkeit zugänglich sind. Bei den vielen Werken von Lancelot "Capability" Brown kann man dabei unschwer seine typische Handschrift erkennen.


                                          Manchmal ist auch etwas Pomp darin verwickelt.

Montag, 16. Mai 2016

Haworth - Paradies für Alt-Nazis?

Nazi-Paradies? Mitnichten! Das kleine Städtchen in West-Yorkshire, unser neues Zuhause (verstehe es wer es wolle), ist nicht nur berühmt als Heimatort der Bronte-Schwestern, sondern auch dafür, dass dort jedes Jahr ein Wochenende der Erinnerung an die Vierzigerjahre stattfindet. Dabei werden nicht nur die Schrecken des Zweiten Weltkrieges ins Gedächtnis gerufen, sondern vor allem der erfolgreiche Kampf gegen Nazi-Deutschland und die Art und Weise, wie man in den Vierzigern lebte, was man dachte und wie man gekleidet war. Das lässt alles offen für nostalgische Rückerinnerung, zumal es ja noch Menschen gibt, die diese Zeit erlebt haben.


Es traten auch ein paar Mutige in Nazi-Uniformen auf, wohl zur Abschreckung, oder, weil der britische Humor vor der Rotzbremse Adolf Hitlers noch nie Halt gemacht hat. Sie defilierten zusammen mit uniformierten Veteranen und Krankenschwestern durch die Hauptstraße von Haworth. Auch Widerstand leistende Französinnen, US-amerikanische und andere Alliierte waren dabei. Und die normale Hausfrau trug einen für die Zeit typischen Kopfputz mit Tollenfrisur, was den Reiz des Wochenendes noch kräftig steigerte.


Viel Selbstgemachtes war auf Plakaten zu lesen,  wie etwa: Pst, Feind hört mit. Eine gute Gelegenheit für die lokale Bevölkerung, Dampf abzulassen. Doch nichts Anti-Deutsches, nichts gegen Ausländer, Muslime, Homosexuelle, Kopftuchtragende usw. war zu sehen. Für die AfD eine herrliche Gelegenheit, etwas Hass abzulassen. Doch nach Haworth hätte sie sich nicht getraut. Sie wäre mit ihren unterschwelligen Parolen nur verlacht worden.

Obwohl die Straßen und Kneipen von Haworth total verstopft waren, gab es bei diesem 1940 Weekend nur fröhliche Gesichter. Dabei wurde ich im Beisein meiner Yorksherischen Frau mit einer Waffe angegriffen. Sie verkörperte die französische Résistence, zog plötzlich einen Revolver aus ihrer Manteltasche und legte auf mich an, als sie erfuhr, dass ich Deutscher bin. Ich regelte die Auseinandersetzung mit ihr auf Französisch, was sie kaum verstand, worauf wir Freunde wurden, wenn wir das nicht vorher schon waren.



Dann flog ein britisches Kampfflugzeug aus dem Weltkrieg mit gefährlichen Schlieren über unsere Köpfe hinweg. Der Friede war gesichert. 

Samstag, 14. Mai 2016

Beiß ihn zuerst in die linke Hand!

Immer diese späten Entdeckungen! Als ich in die Schule kam sagte Fräulein Ditmar: Nimm die schöne Hand und geh an die Tafel, nimm die Kreide und schreibe ein "a". Leider wusste ich noch nicht, was die schöne Hand war. Ich ergriff mit beiden Händen 2 Kreidestücke und malte gleichzeitig 2 mal ein a. Ich liebte Fräulein Ditmar, eine ganz alte Lehrerin und Freundin meiner Eltern. Sie erklärte mir, was eine schöne und gute Hand ist. Dann beschloss ich, beidhändig zu werden. Doch meine Zigaretten, als ich erwachsen war, rauchte ich mit der linken Hand.


Dann kam der Ernst des Lebens, den ich überwiegend als Linkshänder bestritt. Ich bemerkte, dass sogar Präsidenten und Meisterköche mit der Linken arbeiten. Die Linke hatte sich als (fast) gleichberechtigt durchgesetzt. Nun musste ich vor ein paar Tagen erfahren, dass Polarbären alle Linkshänder sind. Links-Pfoter oder Links-Tatzer, sozusagen. Das müsste nichts bedeuten, wenn es nicht die Erdrotation gäbe, die zum Nachdenken Anlass gibt. Fragen über Fragen.


Beidhändig 
Hat zum Beispiel eine Polarbärengeburt in der Nähe des Nordpols durch die konstante Erdumdrehung  zur Linkshändigkeit geführt? Hat es irgendjemand schon in früheren Zeiten bemerkt? Haben wir Menschen, die wir gerne etwas entfernt von den Polen aufwachsen,  unsere Händigkeit jeweils nach der geografischen Lage auf dem Globus entwickelt? Über Generationen hinweg? Und die Beidhändigkeit? Haben diese Vorfahren in gemäßigten Zonen gewohnt, sind womöglich als Nomaden von links nach rechts und umgekehrt gezogen? Sind sie den Polarbären damals schon aus dem Weg gegangen?

Mit diesen Fragen ist nicht zu scherzen. Schließlich haben wir hier in Yorkshire, aber nicht nur, einen Straßenverkehr, der zurecht mit links zu erklären ist. Es ist offensichtlich, dass die Briten näher am Erdpol wohnen. Doch was machen wir mit den Australiern? den Zyprern? Die Schweden haben allerdings den Linksverkehr abgeschafft, als sie merkten, dass sie mit dem Auto  lieber nach Süden zum Sonnetanken fahren wollten.  Österreich, andererseits, hat das Linksfahren verboten, als ein Landsmann mit Nachdruck den Anschluss an das deutsche Reich befahl, das auch schon vor 1938 gerne rechts fuhr.

(An)Schluss mit links, als der Führer kam. 

Kehren wir zum Polarbären zurück. Ihn aussterben lassen ist keine Lösung. Ihn zuerst in die linke Pfote  zu beißen, kann nur für Bärenkollegen infrage kommen. Ein Mensch beißt anders. Und wenn es nicht mehr geht, muss er zum Zahnarzt. Also lasst uns aufpassen, dass der linkspfötige Polarbewohner weiterhin da glücklich leben kann, wo es ihm Spaß macht. Es sind schon viel zu viele Linkshänder verloren gegangen.







Donnerstag, 12. Mai 2016

Cathie's Birds Day and Wolfie's Birthday on a Thursday

It happened because a birthday happens and nobody can change it. Last Thursday was my Birthday. And Cath took me to The Coniston Spa, "a place where empowered health and holistic healing live in harmony". It also became Cathie's Birds Day. And that desserves explanation. Trying to avoid longwinded and maybe boring story telling about how one can celebrate an old boy's birthday, I would love to summarize what I have to say.


Yes, the Coniston Spa Hotel was great: lovely country style, gorgeous rooms, beautiful premises, excellent breakfast and dinner. Situated in a generously shaped landscape near Skipton/North Yorkshire, around Coniston Lake, the hotel offers so many attractions that we had to chose amongst them: massages, shooting ground, falconry, swimming pool, archery and golf, and: a Victorian Ice House we never saw. Cath was the maître de plaisir, I - the happy victim.


So, what we did, apart from swimming and resting,  was a nice walk to the Falconry where Mark showed us his birds. Owls and other prey birds. We learned a lot, not only, that an ostrich's eye is bigger than its brain, but also that polar bears are left handed, like me. We also underwent a lovely and tender massage experience, both relaxing and therapeutic (the girls doing it were awsome). By the way, the spa is a mobile phone and smoke free zone.  Nobody could reach us by phone. Thank you, Coniston Hotel and thank you, dear friends and family for having tried.



To reach the Spa, if you are tempted: call 01756 748080. Message to Cath: don't do it again. It was overwhelmingly fantastic. Cok cok merci. The cushion she gave me as an additional and totally unnecessary present proclaimed the following:

ROYAL BOROUGH OF GORGEOUSNESS (then follows a crown)  DEVILISHLY HANDSOME (that's me) OVER EDUCATED GENTLEMAN (that's me again) lives here (who's that?).

                                                           Thanx, Cath!







      

Mittwoch, 11. Mai 2016

Königliches Fettnäpfchen: das geht gar nicht!

Um es gleich zu sagen: man kann einer 90jährigen gekrönten Dame nicht böse sein, wenn sie einmal Unsinn redet. Die Nation ist betreten genug, hat ihr aber schon verziehen. Ihr Gatte sagte einmal zu britischen Studenten, die nach China gingen: Bleibt nicht zu lange, sonst werdet Ihr noch schlitzäugig. Nun gut, dass die Königin kürzlich vor Kameras verlauten ließ, die Chinesen seien rüde gewesen, very rude indeed, bei einem offiziellen Besuch in Engand, ist reine Meinungsfreiheit, keine Beleidigung. Barbara Woodward, die britische Botschafterin in China, war die erste weibliche Spitzendiplomatin in diesem Land, wo Frauen gesellschaftlich noch ein wenig hinterherwackeln. Warum müssen die Briten auch so pionierig und wagemutig mit ihren Botschafterinnen hausieren gehen?

Auch Herr Cameron, der Bewohner von Downing Street Number Ten, ist ins Fettnäpfchen gehüpft. Die Bemerkung, dass Nigeria und Afghanistan zu den korruptesten Ländern zählen, wäre in Gegenwart der Präsidenten dieser Länder nicht nötig gewesen. Die politische Korrektheit der Briten ist also auch nicht mehr, was sie einmal war.

Andererseits sehen wir im Fernsehen und im Internet täglich so viele Scheußlichkeiten und Kuriositäten, dass man sich über so viel Empörung der Öffentlichkeit wegen einer etwas lässigen Königin geradezu wundern muss. Bei Politikern wie Cameron ist man solche Ausrutscher gewohnt. Sie werden automatisch dementiert. Aus dem Zusammenhang gerissen, heißt es dann.

Der Königin, die fast täglich Hände schüttelt, bei denen auch immer ein paar ungewaschene dabei sind, kann die Ungeduld schon mal einen Streich spielen. Der in Generationen herbeigezauberte Adel dieser Persönlichkeiten verbietet das wütende Ausrasten. Und der Regentin, mit ihren 90 auf dem Buckel, wird es einfach großzügig vergeben. Ein wenig Peinlichkeit bleibt jedoch, denn das Vereinigte Königreich hatte gerade goldene Zeiten freundschaftlichen Zusammenseins mit dem Reich der Mitte einleiten wollen. Jetzt muss das eben wieder ein wenig verschoben werden.

Ich habe das eiserne Lächeln der Königin, als ich sie vor 30 Jahren in Straßburg sah, noch in guter Erinnerung. Heute lächle ich warm, wenn ich sie im Fernsehen sehe. Sie ist reifer geworden. Auch sie kann warm lächeln. Und sie kann endlich sagen was sie will. Oder nicht? 

Dienstag, 10. Mai 2016

Yorkshire Tagebuch - 8 - Die Kühe sind wieder da.

Es ist schwer zu sagen, ob irgendjemand hier in Haworth, in der Sun Street, schon bemerkt hat, dass unsere Kühe wieder da sind. Schöne, schwarz-weiß gemusterte Tiere, die vom Hügel hinter dem Haus heruntergrüßen. Nein, sie grüßen nicht, sie äsen das frische Gras, das der Bauer für sie freigegeben hat. Letztes Jahr fielen uns die Wiederkäuer auf, weil sie in ihrer Freizeit ein wenig unverfroren (muss ich sagen) zu uns herüberstarrten, so als wären wir keine gleichberechtigten Nachbarn. Jetzt fressen sie sich den Bauch voll, denn Mitte Mai ist mit dem Yorkshire Frühling auch das Gras wieder gewachsen.


Ich sitze am Frühstückstisch, von wo aus ich die Kühe mühelos unter Kontrolle habe. Allerdings versuche ich, nach einem frischen Ei, einen "Scone" zu essen, ein unmögliches Drum, das ich irgendwo gekauft habe. Dieses unsägliche Gebäck zerfällt in Brösel sobald man es anfasst, um etwa noch Butter aufzustreichen. Leicht gesüßt, von undefinierbarer Haltbarkeit, würge ich es hinunter. Ich werde so etwas nie mehr kaufen. Cath rümpft bei so einer Backware nicht einmal die Nase. Hassgebäck!

Das Wetter könnte besser sein. Nach ein paar Tagen fulminanter Sonnenbestrahlung haben wir heute den grauen Alltag wieder. Die Temperaturen sollen sinken. Na, und? Wir haben uns ganz schön hier eingerichtet. Nur der Garten macht Sorgen: Ein Chaos aus Vertrocknetem, Erdklumpen und Astresten. Umgegraben ist so gut wie noch nichts. Heute möchte ich in Küchennähe ein Kleinbeet für Kräuter anlegen. Im Wintergarten warten bereits kleine Bestände von Schnittlauch, Liebstöckel, Salbei, Thymian, Rosmarin, Majoran und ein grüner Wuschel, den ich für Koriander halte. Dazu zwei Tomatensträucher, die schon erblüht sind. Sie sollen mein ganzer Gärtnerstolz werden, wenn sie es schaffen, zu reifen, die Tomaten.

Inzwischen sitzen Johnny (Cathies Neffe) und Claire hoffentlich beim Mittagessen in unserem Wintergarten. Der befindet sich in unserem Haus im Schwarzwald. Dort blühen noch die Kirschbäume. Johnny und Claire sind dort erst gestern angekommen. Wir haben noch keine Nachricht, doch soll es irgendwo ein Mobilfon geben das funktioniert. Wir werden sehen. Gerne wären wir abwechelnd in Yorkshire und Tiergarten, doch das Hin-und-her-Reisen ist zu mühsam.

Der 90. Geburtstag der Queen ist vorerst vorbei. Die britische Politik  verfolgt ihr Unterhaltungsprogramm, das sich zwischen Brexit, Angela Merkel und dem neuen Londoner OB Kkan hin und her bewegt. Der Wunschkandidat vieler Republikaner, Donnie Trump, hat hochherzig angekündigt, dass er eine Ausnahme zulassen würde, sollte Sadiq Khan als Muslim in die Vereinigten Staaten reisen wollen. Auch die englische Königin würde dem zustimmen, vermute ich.  Also, auf den Großmut des (hoffentlich noch vermeidbaren) amerikanischen Präsidenten kann gezählt werden.








Montag, 9. Mai 2016

Today, his ashes come home.

It was a horrible shock when he died, a little more than a year ago. Cath and I had just arrived in our Black Forest home, coming from Vienna, where we lived. We had to rush to Haworth/Yorkshire to say Goodbye to the most wonderful man and to come together with his wife Margaret and Cathie's brothers, their wives and all those who loved him so much. He was found in his armchair by a neighbour with a half empty night cup in his hand, peacefully passed away.




Dr. Lewis Burton, a Methodist Minister, retired and living close to Margaret who lives in a care home nearby, left us all in great serenity. We cried much and buried him, just before Christmas in 2014. He had such a rich and complete life, that we could accept the heavy loss with less grief. A huge community of family and friends came to bid Lewis farewell. Meanwhile, Cath and I have moved to his house, seeing Margaret as often as we can. When we come together there is a loving thought and mention going to Lewis.

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It took some time to decide what should happen to his ashes. We all want to have Lewis near us as a symbol for love, fatherhood, mindfulness, intelligence. As his son-in-law, I can say that we became friends the very first moment we met.  Our hearts are always filled with sadness and joy when we think of you, dear Lewis. How could we ever forget you. This is why we want to bring your ashes home. We then can stronger feel that you are somehow always present.