Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ein Glück, dass es die AfD...

gibt. Ich will es gerne erläutern. Heute früh wachte ich mit dickem Kopf auf. Ich huste und niese, meine Körperausscheidungen schreien nach Schnupftüchern aus der Massenherstellung. Doch die Kleenexes, wie sie hier in England liebevoll genannt werden, sind am Ausgehen. Genau, wie Cath, die es auch erwischt hat und Besorgungen zu machen hat (Kleenexes, bitte!), also ausgeht. Ich frage mich, ob die englische Königin - mit ihren tapferen 92 - solchen Stress ebenfalls erlebt? A runny nose steht einer solchen Dame doch auch nicht. Wozu hat sie ihren Leibarzt? Mein letztes Päckchen Taschentücher stammt noch aus Deutschland: es heißt "Sooo sanft balsam". EDEKA muss es uns verkauft haben. Vierlagig, Jetzt noch weichere Qualität.


Kommen wir zur AfD zurück: Es fing gestern an. Ich musste dreimal hintereinander niesen. Cath schloss sich mir irgendwie sofort an. Das verhieß nichts Gutes. Dann fand ich es: Ultra Soft Pocket Pack Tissues. Diese Papiertücher nehmen ebenfalls Vierlagigkeit für sich in Anspruch. They are beautifully soft and gentle to touch, mildern das unangenehme Kitzeln in der Nase, verschwanden aber wie nichts. Vor lauter Naseputzen. Wieso komme ich auf die AfD zu sprechen? Wohl, weil mir der Kopf brummt. Die Nase läuft. Wie aus dem Nichts Blähungen entstehen. Kein Wunder! Ich sollte mich mehr mit der Königin befassen, obwohl sie zu der neobraunen Kacke meies Wissens noch kein Sterbenswörtchen gesagt hat. Aber sicherlich gedacht. Ach, Majestät, am liebsten würde ich mich vierhändig von einer königlichen Sänfte herumtragen lassen. Statt dessen schmerzt mir jetzt auch noch der Rücken und die letzten Softies verschwinden im Treteimer.

Londoner Zäpfchen 
Feuchte Nase mit Kopfschmerz wünsche ich meinen größten Feinden nicht. Und eine gewisse Schlappheit kann man bei Meuthen, von Storch, Bernd Höcke und Fräulein Frauke schon des längeren feststellen. Wo ist übrigens die Mutter dieser rechten Umtriebe abgeblieben? Kinderfüttern? Ein Glück, dass es die AfD gibt! Und finanziell auch noch fein raus ist. Jetzt habe ich Fieber. Das gehört dazu. Dennoch werde ich meinen Zustand nicht ordnungsgemäß beschreiben können. Warum mir immer wieder die AfD in den Sinn kommt, elend wie mir ist? Weil sie so störrisch die Ehe zwischen Mann und Frau propagiert? Lasst doch auch alle gleichgeschlechtlichen und sonstige Wesen gemeinsam Schnupfen kriegen. Das ist besser, als alleine mit seiner abgearbeiteten Nase noch den Dreck der anderen erschnuppern zu müssen. Ein Glück, dass es die AfD gibt: in meiner jetzt schon zweitägigen Mattigkeit, fällt mir ein, dass dieser Spuk auch wieder zu Ende geht. Dann kann ich wegen dieser Blase wieder Gift und Galle spucken, ohne Kopfschmerzen zu bekommen. AfD: Alternative für Darmkranke.

Ich sehe schwarz. 
Autsch! Für diesen Blog bitte ich um Nachsicht. Er kam wie ein Gewitter, mit Donnern und Krachen. Jetzt bricht auch noch ein Schüttelfrost über mich herein. Meine Zähne klappern, ungefragt. Ich klappe meinen Rechner zu. Hoffentlich nicht für immer.




Dienstag, 17. Oktober 2017

Ich rufe Zypern: Hallo, Ihr!

Als Blogger hat man so seine Marotten. Ich scheine in loser Verbindung zu stehen mit vielen Lesern in ganz vielen Ländern. Zypern gehört jedoch zu den Orten, an denen ich richtig gelebt habe, mit Haus, Jacarandabaum und atemberaubenden Sonnenaufgängen, die seitlich über die Kyreniaberge herüberzogen. Früher gab es da noch Felix, der gegen 11 Uhr morgens mit der Badehose unter dem Arm bei mir läutete, um mich mit zum Strand zu nehmen, denn das Meer lud sogar noch im Dezember zum Bade. Dann aßen wir zusammen zu Mittag, meist bei Sezgin, immer auf der Terrasse und meist, was es gerade gab. Die Preise waren astronomisch niedrig, selbst wenn eine volle Flasche Yakut, der türkische Rotwein, oder eine halbe Flasche Raki dazu kam.

Girne, wie die Türken sagen. Kyrenia 
Sezgins Englisch bestand aus drei verschiedenen Tonlagen des Wortes YES. Das genügte: yes, ich habe etwas zum Essen. Yes, ich habe dich wohl verstanden und, yes, ich habe nichts dagegen, wenn ihr bis 17 Uhr bei mir herumsitzt. Das Dolmetschen zwischen Türkisch und Englisch besorgte die reizende Tochter Feride. Ein fast tägliches Ritual. Wir bezahlten in türkischen Pfund, von denen wir Millionen in der Tasche hatten.


Wie das Leben so spielt, verschlug es mich in andere Gegenden, wo Deutsch, Französisch, Österreichisch und English gesprochen wird. Für die Engländer hier, auch die in Yorkshire, kann Zypern, die griechische oder die türkische Seite, immer noch ein Kurzurlaub wert sein. Die Winter hier sind lang, nass und windgeprüft. Zypern ist bis Mitte Dezember beschwimmbar. Von Hergart, Ebi, und oder Iris weiß ich, dass sie immer noch begeistert auf die Insel gehen, wo ein Haus auf sie wartet. Cath und ich haben es leider immer noch nicht geschafft, in den Flieger zu steigen.

Salamis, I (sala) miss you! 
Beim Kieken in die Aufrufe meiner Blogs sehe ich heute Morgen, dass nach einiger Zeit jemand in Zypern zugegriffen hat. Gerne wüsste ich, ob es Hergart, Ebi oder Iris war. Oder ein völlig Unbekannter? Da ich weltweit in 10 Jahren etwa 700 000 Zugriffe zu verzeichnen habe, bringt mich die Neugier fast um, ob unsere Freunde gerade dort weilen, wo ich einen Teil meiner Seele wehmütig begraben habe. Meldet Euch, wenn dies der Fall sein sollte. Ich würde dann genüsslich eine aus Baden mitgebrachte Flasche Klevner-Traminer enthaupten und auf Euer Wohl anstoßen.


Achdulieberhimmel!

Es ist ganz schön, wieder zuhause zu sein. Aber, was ist Zuhause? Unser Tiergarten im Schwarzwald ist für Wein und Esskastanien zuständig. Auch für den vernachlässigten Garten, für den bald die Winterruhe wieder eintritt. Die beiden Wochen auf dem Kreuzfahrtschiff sitzen uns noch angenehm in den Knochen. Zur Heimat kann ein solches Schiff jedoch nicht werden. Also Haworth bei Leeds? Ein Zuhause kann durchaus auch total wolkenverhangen und blätterbestürmt sein. Hauptsache, die Heizung springt an und im Kühlschrank findet sich Essbares.

Zurückgedacht. 
Jetzt dämmert hier in Yorkshire der Tag: Noch hängen Blätter an den Bäumen, doch der Sturm hat daran schon mächtig gezerrt. Wir waren wie erlöst, als wir gestern unser geliebtes Auto unbeschädigt in der Sun Street wieder antrafen. Der Engländer an sich interessiert sich nicht für anderer Leute Autos. Dennoch mussten Cath und ich zu dem netten  Jungen in Keighley, der eine Waschanlage betreibt. Für 4 Pfund sah der Wagen dann wieder wie aus dem Ei gepellt aus. Ich selbst gehöre zu den männlichen Schlampen, die nie auf die Idee kommen würden, Wasser für den Wasch eines Autos zu verschwenden.

Schwarzwaldgefühle 
Post kommt eigentlich kaum noch an und füllt den Briefkasten. Hier wird sie durch den Briefspalt ins Hausinnere geworfen. Keine Werbung ist deshalb ein wichtiger Hinweis. Doch Informationen kommen heute per Email, Twitter, Facebook. Man hat sie schon, bevor man zuhause ankommt. Zeitungen sind ja leider auch schon veraltet, wenn sie gekauft werden, was man noch selten tut. Bleibt also nur noch der gelegentliche Knüller, den Donald Trump loslässt. Doch dieser umtriebige Herr scheint sich auch beruhigt zu haben. Von Mauern an der mexikanischen Grenze oder Frauenpussies hört man nur noch selten.

Das Gefühl.... 
Das Gefühl, zuhause zu sein, hängt wohl eher mit der Vertrautheit zusammen, mit der man die Milchflasche ins Haus holt oder die Mülltonne (heute ist die Graue dran) an den Straßenrand stellt. Ich selbst bin an der örtlichen Fussballmannschaft so wenig interessiert, wie Cath an der gerade ausgerufenen Fashion Week. Gewisse Dinge müssen einfach nicht sein. Doch wenn ein herbstlicher Sonnenstrahl den Früherwachten trifft, wird das dankbar entgegen genommen.

Was für ein Wochentag ist heute eigentlich? Aber, egal.







Montag, 16. Oktober 2017

Ich fasse zusammen: 2 Wochen Kreuzfahrt.

Der Preis war hoch, das Schiff hatte 19 Decks, also auch hoch, und die Wellen schlugen hoch, als das Wetter plötzlich umschlug. Doch nur für eine Nacht. Man sollte nicht meinen, dass ein solches Schiff derart in Bewegung kommt. Bin sicher, dass einige der über 3000 Passagiere ganz schön geschwitzt haben, als das Ächzen im Gebälk(?) nicht mehr aufhören wollte. Am anderen Morgen war alles vorbei, und unser Lastkahn benahm sich, als könne er kein Wässerchen trüben.

Das Ventura-Monster 
Meine fundamentale Beobachtung: man sollte keine 2 Wochen auf hoher See verbringen, wenn man nach drei Tagen nicht mehr weiß, wo man ist. Eine Woche ist ganz schön. Zwei Wochen sind zu viel: Essen, trinken, schlafen, herumwandern (ca. 9km "Wanderwege" an Bord, Treppen und Fahrstühle nicht gerechnet). Das Programm brachte uns von Southampton nach Cadiz in Spanien. Dann nach Barcelona. Dann nach Cartagena, nach Florenz, Villefranche, in die Toskana und ins uninteressante Gibraltar. Überall wurde an Land gegangen, jedoch nur in Schnuppermanier. Zu mehr hätte es bei den Übergewichtigen ohnehin nicht gereicht. Auch der schlanke Mensch kam aus dem Keuchen oft nicht heraus. Die Landgänge waren jedoch interessant. Sie vermittelten das Gefühl, irgendwo zu sein.


David, der Schöne, von Michelangelo 
Das Personal: über 1000 dienstbare Geister, meist asiatischer Herkunft, freundlich bis lieblich, immer bereit, zu helfen. Der Oberchef von 150 Mitwirkenden sorgt für über 13 000 Mahlzeiten pro Tag. Die Passagiere und das Personal verzehren in zwei Wochen über 20 Tonnen Fleisch, 10 Tonnen Fisch und 80 Tonnen Obst und Gemüse. Bei einem solchen Aufwand kann man es sich nicht leisten, eine miserable Küche anzubieten. Es schmeckt also meist ganz gut. Die täglichen 500 frischgebackenen Pizzas legen ein kulinarisches Zeugnis ab, genauso wie die 3500 Liter Speiseeis, die zur diskreten Rundung der Klienten gerne beitragen.

Kein Land in Sicht 
Über die 14500 Flaschen Wein, die geleert werden, kann man nur Gutes sagen. Während man in Großbritannien, oder Deutschland, Frankreich oder Holland auch leicht fragwürdige Weine serviert bekommen kann, sind die kredenzten Auswahlen an Bord von ausgesuchter Güte. Herkunftsländer können Australien, Österreich, Deutschland,  Italien, Neuseeland, Spanien oder Frankreich sein. Sogar aus den USA werden erstaunlich gute Jahrgänge gefunden. Auch das Bier ist "gepflegt", eine gute Auswahl ist vorhanden. Cath und ich konnten das alles genießen, vor allem, wenn die Fahrt weniger Abwechslung bot, weil kein Land in Sicht.

Meer und Licht: Mehr Licht, sagte Goethe 
Etwas grotesk ging es vor und in den Fahrstühlen zu. Zu bestimmten Zeiten, so kann man sich denken, wollen alle 3000 Passagiere mit einem Fahrstuhl von A nach B. Dann gab es Reibungen, die jedoch nach den Regeln der englischen Höflichkeit bereinigt wurden: Bitte, nach Ihnen. Sorry, oh, so sorry. Ich nehme den nächsten. Wer die physische Kraft hatte, ging auch schon mal 10 Decks hinauf oder hinunter. Im Hochhaus würde man immer noch herumstehen und auf den Lift warten.

Der Felsen von Gibraltar 
Der Preis war hoch, doch hat es sich wohl für die meisten gelohnt. Wer nicht kreuzfahrtsüchtig ist und jedes Jahr in solch ein schwimmendes Monster einsteigen muss, verkraftet die überragenden Gewalten von Luft, Wasser und Land ganz leicht und freut sich über jede Abwechslung.













Freitag, 29. September 2017

Erik Satie: Once Upon A Time In Paris. Das Parisgefühl.

Ich falle immer wieder darauf herein. Hier in Haworth/Yorkshire sitze ich am Frühstückstisch. Meine tiefgefrorene Baguette wurde gerade in der Mikrowelle aufgetaut und der Länge nach aufgeschnitten. Cath hat sich noch nicht blicken lassen. Sie muss zuerst überprüfen, wieviele Tausend Schritte sie gestern zu Fuß zurückgelegt hat. Dazu benutzt sie eine spezielle "Armbanduhr", die die gegangenen Schritte anzeigt. Meine ersten zwei Tassen sind schon herunter geschluckt, begleitet von Hakon Austbö, dem begnadeten Pianisten für Erik Saties "Gnossiennes". Once Upon A Time In Paris heißt dieses herrliche Klavierstück, das ich nicht einordnen möchte. Auch andere sind daran schon gescheitert, das Parisgefühl aus den Gnossiennes zu beschreiben. Manche rufen etwas hilflos aus: "Ich liebe Paris (das von gestern)".


Auch ich habe einige Zeit in der Seinestadt verbracht und dort gearbeitet. Die Menschen schienen damals gestresst, unfreundlich, ja fremdenfeindlich. Ich fühlte mich dort eigentlich immer zuhause. Es war die Zeit als die freien Parkplätze seltener wurden und die Zahl der Neugierigen aus Europa, USA, Japan mit jedem Jahr anstieg. Der Bordeauxwein wurde schlechter, weil in Massen auf den Markt geworfen. Frank Sinatra mit seinem "April in Paris" hatte die Szene längst übernommen. Gershwins "An American in Paris" war damals bare Münze. Der Film verklärte etwas, was längst nicht mehr den Hauch von Nostalgie trug. Die Neue Welt hat Paris entdeckt. Am Horizont tauchte "le nouveau Baujolais" auf, der schon damals nicht jeden vom Stuhl zu reißen vermochte. Ich blieb damals bei meinem Rosé d'Anjou und habe es nicht bereut.


Ich blieb dann bei Erik Satie hängen. Leichte Muse für sonnendurchflutete Landschaften. Seine Klavierstücke sind unwiderstehlich. Paris muss sich nach den Jahren sehr verändert haben. Doch lautes Lachen in der U-Bahn gibt es immer noch nicht. Hier in England kann der Verkehrslärm Gipfelwerte erreichen, während er in Paris möglichst unterdrückt wird. Doch Erik Satie, mit seinen manchmal auch monotonen Passagen, hat diese Welt gänzlich erobert. Für mich ist seine Musik der Ausdruck dieses Pariser Lebens: Rhythmik, Alltag der Geschwindigkeit, eine bestimmte Weise, dem modernen Leben zu begegnen. Dazu die Gerüche, die früher aus den Metrostationen quollen. Mich erinnerten sie an die U-Bahn in Ostberlin. Ein Mief, der süchtig machen konnte.


Die Bilder von Paris sind purer Impressionismus. Keine Stadt ist so eng mit der Malerei verbunden wie Paris. Wer malen wollte, musste nach Paris. Das galt auch für viele berühmte Nicht-Franzosen. Sie wollten sich alle an der Seine inspirieren lassen. Noch heute zehrt Paris von diesem Ruhm. Und wir alle zehren mit.

Donnerstag, 28. September 2017

Playboy Obama unterwegs mit Ryanair?

An dieser Zeile ist fast alles falsch. Nur ein Grämmchen Wahrheit steckt in ihr: Hugh Hefner, der Gründer vom Playboy ist tot. Michelle Obama verurteilt Frauen, die Trump gewählt haben, und Ryanair muss mit Konsequenzen rechnen.

Ehemalige First Lady 
Obwohl er schon etwas älter war, als er (gestern) verstarb, verdient diese männliche Ikone neben anderen weltbewegenden Ereignissen eine Erwähnung. Keiner käme auf den Gedanken, zu Zeiten, wo die gleichgeschlechtliche Ehe sich allmählich global ausbreitet, Hugh Hefner hätte sich für sein eigenes Geschlecht interessiert. Er brüstete sich sogar gerne damit, mit über 1000 Frauen geschlafen zu haben. Wenn er dabei ruhig schlafen konnte, wollen wir nicht auf einem penetranten Nachweis bestehen. Für mich ist es schlimm genug, an das pausenlose Wechseln der Bettwäsche zu denken. Doch auch der unhygienische Heuschober könnte dabei mitgeholfen haben, den Waschzwang einzudämmen.

Hugh Hefner, 1000 und eine Nacht? 
Mit den 91 Jahren der intimen Begegnung mit der Frau, was sicher noch heute im Playboy nachzulesen ist, muss jede Zahl unter 1000 wie eine erbärmliche Aufrechnung eines weitgehend impotenten  Möchtegernliebhabers erscheinen. Andererseits, wenn ich an meine eigenen männlichen Abenteuer denke - auch ich habe alles gleichgeschlechtliche gemieden - komme ich einfach nicht auf beneidenswerte Zahlen. Er soll gesagt haben, das Leben sei zu kurz, um die Träume anderer zu träumen. Wie wahr. Dann meinte er, unsere treibende Kraft sei nicht die Religion, sondern der Sex. Trotzdem ist er auch als Wohltäter hervorgetreten. Er hat sein Herz nicht nur den Frauen geöffnet, sondern oft anderen geholfen, die in Not waren. Er ruhe sanft.

Auch mit Marilyn Monroe? 
Mit Michelle Obama ist das etwas anderes. Als Frau des amerikanischen Präsidenten war sie nur die Nummer zwei. Doch mit viel Sympathie vernehmen wir, dass sie amerikanische Frauen, die Donald Trump gewählt haben, verurteilte. Melania Trump, die Frau des jetzigen Präsidenten, soll in einer Rede auch noch Michelles Worte abgekupfert haben. Die Frau des Präsidenten Barack Obama hielt den amerikanischen Frauen vor, gegen ihre eigenen Interessen als Frauen gestimmt zu haben. Es waren 41 %. Aus dem Munde der ersten afro-amerikanischen Präsidentengattin, klingt diese Kritik sehr einleuchtend. Sie zeigt, dass das "mächtigste" Land der Erde seine Hausaufgaben in Sachen Emanzipation immer noch nicht gemacht hat.


Ryanair, die notorische Billiglinie, ist in Schwierigkeiten geraten. Die Civil Aviation Authority (CAA) hat damit gedroht, Ryanair abzustrafen. Unverschämtheiten von Fluggesellschaften ist man gewohnt. Dass man bezahlen muss, wenn man aufs Klo möchte, gehört noch zu den harmlosen Abzockereien mancher Schwachlinien.  Das stundenlange Warten auf den Abflug, mit äußerst mageren Informationen, in überfüllten Warteräumen, ist schon fast Flugstandard. Doch was Ryanair sich leistet ist unverschämt. Wegen Mangels an Piloten (wo gibts denn das?) haben diese fliegenden Irrlichter mit jetzt 18 000 gekänzelten Flügen den Vogel abgeschossen. Eine EU-Fluglinie muss keine Entschädigung bezahlen, wenn sie mindestens 2 Wochen vor Abflug den jeweiligen Flug annulliert. Doch den Fluggästen die Ausweichmöglichkeiten vor zu enthalten und sie nicht über alle ihre Rechte korrekt zu informieren, ist kriminell. Bis Ende Oktober wurden 1200 Flüge gestrichen, von November bis März 2018 sind es gar 18 000. Angeblich sind 400 000 Fluggäste betroffen. Nach europäischem Recht soll die Annullierung von Flügen durch finanzielle Kompensation oder durch Ersatzflüge aufgefangen werden. Die britischen Medien zeigen gerade ihre Empörung. Welchen Schaden die Ryanair nehmen wird, stellt sich sehr bald heraus. Trotzdem Guten Flug. 


Mittwoch, 27. September 2017

Das neue Ding: Kommunikation?

Man weiß nicht, was der Alte Herr da oben sich dachte, als er vor über 5 Millionen Jahren die mündliche Mitteilung erfunden hat. Da er vorher mit keinem Menschen darüber sprechen konnte, ist auch nichts überliefert. Man vermutet auch, dass das Erzählen von Geschichten (in welcher Sprache?) nur etwa 300 000 Jahre alt ist, wobei wir bei der Erfindung von Musikinstrumenten nur noch etwa 53.000 Jahre zurück müssen. Ganz so genau müssen wir es nicht wissen. Und die Schaffung von Skulpturen - auch eine Art der künstlerischen Kommunikation - geht auf 35 000 Jahre vor Christus zurück. Christus hatte damit jedoch nichts zu tun.


Das mit den Musikinstrumenten beschäftigt mich. Als ich als 9-Jähriger mit dem Geigenunterricht begann, schaute mich Herr Hummel ganz traurig an. Unser musikalischer Ausbildungsvertag hielt zwar nur ein Jahr, doch das Halten eines Geigenbogens war mir von Anfang an verdächtig und führte zu nichts. Was mir eher zugesagt hätte, wäre das älteste bekannte Instrument gewesen, das auf der Schwäbischen Alb gefunden wurde: die Knochenflöte, etwa 35000 Jahre alt. Auch die chinesische und indische Musik ist hochbetagt, und die enge Beziehung zwischen Tanz und Dichtung scheint außer Zweifel zu stehen. Wie sich die sogenannten Schallereignisse im einzelnen entwickelten, bleibt weitgehend offen. Der Werdegang von Heavy Metal oder echter Punkmusik darf gerne im Dunkeln bleiben. Um es banal auszudrücken: Lärm bleibt Lärm, das Wort Musik bleibt unseren Meistern vorbehalten, Beethoven, Bach und Wagner. Vielleicht auch noch der singgewaltigen Ella Fitzgerald.


Von den Höhlenmalereien (=dramatische künstlerische Mitteilungen), um die 30 000 vor Christus, bis  hin zu den Steintafeln und den Hieroglyphen, um die 3000, wird in der Kommunikation noch ein weiter Weg zurück gelegt. Dann wird es interessant: um die 2500 vor Christus erst wurden Straßen und Bibliotheken angelegt, die man meist noch zu Fuß erreichte. Das römische Straßennetz entstand erst ab 312 vor Christus.

Straßennetz 
Dann ging es Schlag auf Schlag: Rauchzeichen als Mitteilung: 200 vor. Erster Postdienst: 14 nach Christ. Erfindung des Papiers: 105 nach. Handschriftliche Manuskripte, 300 nach. Wir müssen überspringen: 12. Jht.: bewegliche Lettern für den Buchdruck und der Aufstieg der Brieftaube. Seit 1605: Zeitungen. 1822: Fotografie. 1867: die Schreibmaschine. 1876 das Telefon. Wenn das nichts mit Kommunikation zu tun hat, fresse ich einen Besen. 1920: kommerzielles Radio. 1927: Tonfilm. Öffentliches Fernsehen: 1967. E-mail: 1969. Mobilfon: 1983.


Jetzt kommt der ultimative Hammer, das Internet, 1989. Auch eine gewisse Berliner Mauer wurde da niedergerissen und kurz danach wurden die Suchmaschinen eingerichtet. Dann wird alles global. Soziale Netzwerke entstehen, ab 2006 wird weltweit gebloggt, und jetzt verbringt man seine Zeit vor dem Rechner und wartet auf die Ergebnisse von Wahlen, den Wetterbericht, den Absturz von Flugzeugen, die heftigen Beleidigungen und Hasstiraden und die Einführung des Geruchsfernsehens.

Kommunikation??? 
Für die Genauigkeit meiner Angaben kann ich eigentlich nicht garantieren. Ich habe sie einem Magazin entnommen, das den Namen trägt: NewPhilosopher, Ausgabe 17 (August-Oktober 2017). Es geht darin um "Fake news" und Info-Überschuss. Herkunft: Australien. Also rein global sind wir jetzt weltweit verkabelt und verzahnt. Unsere Pflicht ist es, dem Guten zu vertrauen und das Misstrauen nie einschlafen zu lassen. Das ist die Essenz von Kommunikation. Sind wir damit gut genug aufgestellt?











Dienstag, 26. September 2017

Zwei nicht getürkte Nachrichten.

Also, dass Horst Seehofer jetzt vom ersten CSU-Mitglied zum Rücktritt aufgefordert wurde, gefällt mir. Das ist ein erster Anfang. Man kann auf der Orgel des Populismus nicht ungestraft ewig weiterorgeln, wenn man seine Orgelstunden nicht genommen hat. Diesem bayrischen Herrn aus dem Südosten der Republik sind die letzten Wahlen nicht bekommen. Er ärgerte die Merkel mit seiner Obergrenze bis aufs Blut. Dann sagte er auch noch mit seiner gekonnten Süffisanz, indem er die "Einheit" zwischen CSU und CDU gerade mal noch so bestätigte, als wäre er der Herr der (CDU-CSU-Ehe-)Ringe. Auch Menschen, die seinen Zungenschlag teilen, haben diesen Biermichel jedoch auch schon kräftig satt. Jetzt geht es darum, die Rechnung zu begleichen, denn auch die geschwächte Angela Merkel, Europas einst mächtigste Frau, muss gucken wo sie bleibt. Das Kartenhaus fällt ein wenig zusammen.

Herr der Ringe? 
Die andere Nachricht mit Wahrheitscharakter lässt die AfD in ihren Grundfesten erzittern. Das ursprüngliche, sehr redebegabte Zugpferd ist zur kinderstillenden Politmähre verkommen, die ihren braunen Stallgeruch loswerden möchte: Jetzt, wo sie ihr gut honoriertes Mandat innehat, steigt sie aus  der AfD aus und lehnt sich zurück. Wir wollen nicht mehr kämpfen. Die Nation ist der braunen Anmache überdrüssig. Ein Blumentopf ist damit wohl auch für die rechte Petry kaum mehr zu gewinnen.

Kinderspiel 
Wir orten also bereits zwei unterschiedliche Wahlverlierer. Beide haben die Schwächen der Demokratie auf ihre Weise genutzt. Jetzt fällt denen nichts mehr ein. Sollte Seehofer die Zeichen der Zeit nicht verstehen wollen, wird er bei nächster Gelegenheit über die Klinge springen. Die Petry hat sich von selbst erledigt. Jetzt müssen wir Beobachter dieser peinlichen Entwicklungen selbst mit Hand anlegen. Nämlich zu verhindern suchen, dass sich allzu braunes oder schwarzes Gebräu in die Wahldiskussionen einmischt, denn es geht diesen Profiteuren nur um die Sicherung von Pfründen. Nicht etwa um die Sicherung stabiler Regeln der Demokratie.


Elder Stateswoman? 


So betrachtet, kommt uns die Lawine der Fake News, mit ihrer schwammigen Unverständlichkeit  gerade recht. Das Misstrauen des potenziellen Wählers ist realistischer geworden. Daran müssen sich auch die Seriösen messen lassen. Fantasten, Trittbrettfahrer und Abenteurer sollten sich jetzt, nach dieser diffusen Wahl, bei der kaum einer eindeutig gewonnen oder verloren hat, zumindest pro forma etwas ehrlicher gebärden. Sollte Seehofer politisch überleben, dann nur, wenn er nicht aus der Reihe tanzt, indem er seinen CDU-Genossen auch noch das bayrische Temperament pausenlos aufs Brot streicht. Stabile Verhältnisse können von der braunen Bewegung der Gaulands, Höckes oder der Storchs kaum erwartet werden. Der deutsche Adler kann auch ohne den bayrichen Löwen ruhig seine Kreise ziehen. Und uns Angela könnte allmählich zur wohlverdienten Elder Stateswoman mutieren. Auch das wäre eine gute Nachricht.

Montag, 25. September 2017

Ich kann den Schnabel nicht halten.

Wir saßen im Auto. Auf dem Weg vom Schwarzwald nach Yorkshire. Sonntag war gestern. Keine LKWs auf den Straßen. Rege Beteiligung an den Wahlurnen. Wir, vom Verkehr überwältigt, hingen bei Brüssel über 2 Stunden im Stau. Kamen in letzter Minute an der Fähre in Rotterdam an. Wir waren das letzte Auto, das noch aufs Schiff durfte. Dann war Abendessen mit Wein und Ruhepause angesagt. An die Bundestagswahlen dachte niemand mehr.

Heute Morgen, beim Verlassen der Fähre in Hull, dann die ersten Hinweise auf die deutschen Wahlen. Radio Four: Wahlsieg für Europas mächtigste Frau. SPD hat verloren. AfD ist drittstärkste Partei. Was nun? Wer wird die neue Regierung bilden? Zu meinem großen Erstaunen wurde nicht nur der amtierende CDU-Fraktionschef Peter Altmaier, sondern auch die AfD-Oma von Storch im englischen Rundfunk interviewed. Die einzige Erklärung für mich: ihr fließendes Englisch. Inhalte gab es nicht. Diese Leere kam auch auf Englisch gut rüber, sonst nichts. Als distanzierter Beobachter ist man nur noch an wenigen Akteuren interessiert. Das gilt für alle Parteien.

Klatsche gegen rechts. 
Die Klatsche für Merkel hat gesessen. Sie als Wahlsiegerin zu bezeichnen, ist kühn. Auch ihre sieggewohnte CDU wurde kräftig runtergemacht. Die bekannten Matadoren, die sich immer wieder in Szene gesetzt und dabei unmerklich bzw. laut dröhnend bemerkbar gemacht haben, sind als Zugpferde längst abgetreten. Der Verschleiß hatte schon Roland Koch, Günter Öttinger, Wolfgang Bosbach aus der Bahn geworfen, aber auch Wolfgang Schäuble, Volker Kauder, Julia Klöckner etc. haben niemand mehr vom Stuhl gerissen. Ein Minimum an neuen Aussagen und Zielen durfte der Wähler erwarten. Doch es kam nichts, außer dem fröhlichen Ausruhen auf vertrockneten Lorbeeren. Der Wähler hat die Rechnung präsentiert. Die Extrawurst für Seehofer wird nicht lange auf sich warten lassen.

Fast tragisch auch der Ausgang für die Sozildemokraten. Martin Schulz hat tapfer gekämpft, die heißen Eisen der Politik blieben jedoch unberührt. Weitermachen ist also für die SPD auch keine Option, denn der Wähler hat sich Veränderung gewünscht. Die Stimmung im Land ist mies. Die Lohnschere bewegt sich weiter auseinander. Die Flüchtlinge, und gerade die Muslime unter ihnen,  dürfen nicht zu Sündenböcken einer verkorksten Sozialpolitik werden. Der Drang nach rechts muss stärker bekämpft werden. Diese Veränderung ist nicht in Sicht. Das Ergebnis der Wahlen ist entsprechend.

Das Notprogramm von Martin Schulz: Lieber in eine klare Opposition als in eine Wischi-Waschi-Koalition eintreten. Angie Merkel wird, frei nach dem SPIEGEL, in ihrer vierten Amtszeit aufwachen müssen. Auch den Grünen und der Linken ideologisch näherkommn müssen. Schlafmützigkeit zersetzt Demokratie nur und schläfert sie ein. Auch der rechte Sumpf muss endlich ausgetrocknet werden. Und vor allem, das haben diese Wahlen gezeigt, ist eine klarere Politik für die jüngeren Menschen notwendig, weil diese mehr Zukunft brauchen. Versucht muss auch werden, die Güter gerechter zu verteilen, sonst werden sie früher oder später den Reichen aus der Hand geschlagen. Alles in allem eine Wahl mit vielen beunruhigenden Ergebnissen.

Samstag, 23. September 2017

Last call. Alles einpacken!

Wer zwei Zuhauses hat, muss scharf überlegen. Morgen, ganz früh, geht es per Auto wieder nach Yorkshire. Nach zwei Wochen im Badischen. Noch schnell Schwarzwälder Schinken, Münchener Weißwurst und neues Sauerkraut eingepackt. Dazu 5 Kartons mit Rot-, Weiß- und Roséwein im Wagen verstaut, zuletzt die kleinen Köfferchen von Cath und mir. Dann können wir starten.

Freundliches Chaos im Garten 
Töchterchen Natascha ist glücklicherweise krank. Als Ärztin, hat sie große Probleme mit den drei Wochen Krankenurlaub, zu dem ein Arzt sie verdonnert hat. Ich fasse zusammen: Überbeschäftigte Tochter drei Wochen krank geschrieben (Blinddarm oder so). Vater überglücklich, weil Tochter endlich Zeit und Ruhe hat, mit ihm zu plaudern, bevor er wieder nach England entweicht.

Endlich selbst mal krank! 
Das Wetter ist traumhaft. Es trifft uns unvorbereitet. Wir machen noch ausdedehnte Spaziergänge an der Rench und anderswo. Cath schafft es, noch am frühen Nachmittag die Bettwäsche zu waschen. Mit Glück ist sie am Abend wieder trocken (die Wäsche!) und kann für den letzten Schlaf genutzt werden. Dann könnten die Bettbezüge fast sauber auf uns warten, bis wir vor Jahresende wieder hier auftauchen.

Ein Wetter zum Kinderzeugen! 
Zu den angenehmen Dingen im badichen Herbst gehört der Genuss des Neuen Weines. Er ist zuckersüß, ganz am Anfang. Dann beginnt er, leicht zu schäumen. Plötzlich verliert er seine Süße und beginnt, zu "bizzeln". Die Gährung hat eingesetzt. Der Wein zeigt sein wahres Gesicht. Es ist nicht mit ihm zu scherzen. Ein Glas zu viel, und der unschuldige Trinker bekommt einen schrecklichen Rausch.

Angelikas Weinhöhle 
Das Schiff in Rotterdam, die "Pride of Hull" wird uns Morgen Abend in Empfang nehmen und das Auto, den Wein und uns hoffentlich ohne vorgezogene Herbststürme über Nacht an die Humbermündung bringen. Das gute Essen an Bord wird uns selig entschlafen lassen. Das monotone Schlingern der Riesenfähre wird unsere Träume beflügeln.

Auf dem Weg nach Hull 
Bei der stillen Ankunft am Morgen muss dann wieder mit Linksverkehr gerechnet werden. Ich hoffe, auf dem Weg nach Leeds/Haworth dann Genaueres über die Bundestagswahlen zu erfahren. Obwohl, wenn ich an den relativ doofen Wahlkampf denke, erwarte ich keine Sensationen. Mein größter Wunsch: dass die naziversiffte rechte Wahlecke so weit wie möglich unter der 5%-Grenze hängen bleibt. Und: dass auch Fräulein May endlich kapiert, dass über die Hälfte der Briten sich nicht aus der EU verabschieden wollen.